Zurück in Südafrika

Am 9.1.2019 war unser Abreisetag  nach Süd Afrika. Mit der Bahn ging es erst einmal noch Düsseldorf. Da uns die Zeit schon etwas knapp vorkam fuhren wir eine Stunde eher als geplant und das war gut so, denn schnell erfuhren wir das unsere geplante Verbindung in Hamm eine Verspätung hatte, wir hätten den geplanten Zug nicht mehr bekommen. Aber mit einem anderen Zug kamen wir dann fast pünktlich in Düsseldorf an. Der Flieger nach Frankfurt hob dann noch eine halbe Stunde verspätet ab. In Frankfurt hatte man dann Schwierigkeiten unseren Flug zu buchen, da wir keinen Rückflug gebucht hatten. Nach einer längeren Diskussion konnten wir die Fluggesellschaft dann doch nach Vorlage unserer Schiffspapiere davon überzeugen, dass wir Süd Afrika mit dem Schiff wieder verlassen und wir daher kein Flugticket benötigen. Beim Einchecken in Frankfurt hatte Ute das gleiche Theater, nur die Diskussion war kürzer. Da man uns in Düsseldorf keine Plätze nebeneinander für den langen Flug nach Johannesburg buchen konnte, versuchten wir die Reservierung in Frankfurt zu ändern. Dort bekamen wir super Plätze mit riesiger Beinfreiheit , alles gut und der Rest bis zur Richards Bay verlief dann super glatt.

Willkommen

Am Flughafen wurden wir von  Hanne und Kalli mit einem Willkommensschild zu
unserer großen Überraschung abgeholt. Damit hatten wir nicht gerechnet und wir
waren beide platt. Da sie sich ein Auto für ein paar Tage geliehen hatten,
konnten wir erst einmal einkaufen in der Richards Bay Mall. Mit  Kaffee und Kuchen haben wir uns dann für die
Überraschung bedankt.

Da in der Richards Bay Kohle verladen wird und der Kohlestaub sich überall festsetzt war putzen angesagt, obwohl das Schiff nicht so schwarz war, wie wir gedacht hatten. Die Ausklarierung, welche sich als problemlos  darstellte, stand als nächstes an, um mit dem Schiff dann am 13.1. nach Durban zu fahren.  In der Einfahrt meldeten wir uns per Funk an, aber bekamen keine Antwort. Die Durban Marina wurde angesteuert, aber auch dort bekamen wir keine Funkverbindung. Unsicher wo wir dort anlegen könnten suchten wir nach Hinweisen wie es weiter geht. Ein Mann auf einem Schiff gestikulierte wild und bedeutete uns nicht direkt die Marina anzulaufen. Aber wohin nun? Wir machten unser Dinghi klar, fuhr zu dem ankernden Schiff und fragte den Mann wo man anlegen sollte. Nun war klar, direkt vor der Marina lag eine große nicht gekennzeichnete Sandbank .Wir fuhren uns leider dort fest und warteten auf steigendes Wasser. Gottseidank war auch Flut so dass wir nicht lange warten mussten. Die Wartezeit wurde noch verkürzt als uns ein kleines Motorboot mit dem Namen Tarzan freischleppte. Unsere Anlegestelle war erst einmal ein langer Steg vor Kopf der Marina. Da wir mal wieder Schwierigkeiten mit unsrem uns der Rückwärtsgang hatten, legten wir sehr vorsichtig an. Eine Böe drückte uns dann aber doch an den Steg und wir verpassten unserer Trinity ein paar kräftige Schrammen. Wir lagen endlich fest und wir waren erleichtert.

Etwas Warmes zu Essen war unser nächster Gedanke, denn die letzte Mahlzeit lag schon eine Weile zurück. Also den Gasherd an und „Scheiß“ nach kurzer Zeit versiegte die Flamme, das Gas war alle. Kein Problem, denn wir hatten noch eine volle Flasche, die zwar beim Aufdrehen etwas undicht war aber wenn der Hahn ganz aufgedreht war, war es ok. Die Schlauchverbindungen überprüfte ich mit einem Feuerzeug. Da aber beim Anschließen schon viel Gas ausgeströmt war, hatte sich im Gaskasten eine gefährliche Mischung gebildet, die sich nun mit einer großen Stichflamme entlud, mit dem Ergebnis das meine Haare vorne versengt wurden. Es gab nun zwar etwas Warmes zu Essen aber die Freude daran hielt sich nun bei mir in Grenzen.

Der nächste Tag verlief nun besser, mit einem Taxi fuhr ich zum Flugplatz um die Ersatzteile für die Reparatur unseres Vorstags zu holen, die wir per Luftfracht nach Durban schicken ließen. Alles schien ok, aber der Zoll wollte die Sachen nicht ohne einen Agenten freigeben. Also einen Agenten einschalten zum 2. Mal zum Flugplatz -25 Euro- fahren unseren Schiffsstempel einpacken, denn ohne unseren Schiffsstempel wurde es noch teurer ( den hatte ich bisher noch nie gebraucht) aber nun lief alles schnell ab und wir bekamen unsere Teile.  Johannes unser Freund war inzwischen eingetroffen und half uns wo es nur geht.

Einen Rigger, den wir für die Reparatur engagiert hatten, hatte noch keine Zeit aber nach 2 Tagen kam er endlich und wir konnten mit der Reparatur beginnen. Dies gestaltete sich trotz einem Handbuch recht aufwendig. Am darauf folgenden Tag zogen wir das Vorstag wieder hoch, mussten es aber für die Reparatur nochmals runter holen. Dies zog sich noch ein paar Stunden hin, aber dann war alles fertig und ich konnte das Segel, welches inzwischen auch repariert wurde, wieder hoch ziehen.

Endlich fertig , zur Belohnung gingen wir noch einmal lecker essen im Club und am 25.01. ging es weiter nach Port Elisabeth. Spät abends am 28.1. gingen wir vor Anker in Port Elisabeth, denn bei Nacht in den Hafen einlaufen wollten wir nicht. Die Silbermöwe war schon etwas früher da , konnten aber wegen Probleme mit der Motoraufhängung nicht einlaufen. So ankerten wir beide außerhalb der Marina bis zum Morgen. Morgens sollte der Wind noch kräftig zulegen und da die Silbermöwe  wegen der  Motorprobleme nicht mit Motor einlaufen konnte, verabredeten wir, dass wir im Hafen uns einen Liegeplatz suchen, und dann für die Silbermöwe Hilfe organisieren. Das Boot wurde dann um 10Uhr durch dem Rettungsdienst noch rechtzeitig vor dem Starkwind in den Hafen geschleppt. Alles gut gegangen!

Mechaniker wurden organisiert , denn auch bei uns gab es noch dies und das zu reparieren. Der Wind legte noch mehr zu und die Festmacher wurden verstärkt. Im Hafen wurde Mangan verschifft, was das Schiff und die Leinen schwarz einstaubte, eine Sauerrei!

Der Besuch in einem Naturreservat mit vielen Elefanten und anderen Tieren war der Höhepunkt unserer Exkursion in Port Elizabeth.

Am 31.1. ging es Anker auf nach Cape Town. Wir waren den schwarzen Staub los und alles lief ganz gut.  Am südlichsten Punkt Afrikas am Kap Agulhas wurden wir von einer Strömung festgehalten, wir versuchten die ganze Nacht dem zu entkommen aber erst als der Wind etwas nachgelassen hatte, ging es langsam vorwärts. Wir hatten auch noch die gleiche Route wie die großen Frachter, die uns entgegen kamen oder uns überholten. Endlich gelang es uns dichter unter Land zu fahren, die Schiffe waren wir nun los aber dann erwischte uns ein Gewitter mit Sturmböen und sintflutartigem Regen. Beigedreht trieben wir jetzt und waren froh, genügend freien Seeraum zu haben. 

Am frühen Morgen, 3:30 Uhr, passierten wir noch im Dunklen den  Cape Point , das Kap der guten Hoffnung. Der Sonnenaufgang war dann wieder sehr schön, eine leichte Briese vertrieb die Wolken und wir konnten den Rest der Reise nach Cape Town mit strahlendem Sonnenschein genießen. Fast gleichzeitig , um 5:55 Uhr, wurde unser 10. Enkelkind der kleine Pepe geboren.
Johannes verließ uns wieder und zog noch ein paar Tage ins Hotel. Wir sagen nochmals Danke Johannes für Deine Hilfe uns am Kap der Guten Hoffnung zu begleiten!

Am 7.02.2019 trafen wir uns mit Vicky und Gerhard die uns die herrliche Landschaft rund um den Tafelberg zeigten. Die Nacht schliefen wir bei den Beiden und nach einem herrlichen Frühstück entführten sie uns in die Weingegend um Franschhoek und Stellenbosch. Vielen Dank noch einmal für die  umwerfende Gastfreundschaft und die vielen schönen Eindrücke die wir genießen konnten.

Bald trafen auch unsere Segelfreunde Kalli und Hanne von der Silbermöwe in Cape Town ein. Wir unternahmen eine Stadtrundfahrt mit dem Bus und besichtigten die Insel Robben Island auf der unter anderem Nelson Mandela 18 Jahre gefangen gehalten wurde bis er am 11.2.1990 endlich freikam,  es war ein langer Weg zum Frieden für ihn. Eine Seilbahn brachte uns auf den 1000m hohen Tafelberg. Von hier oben hatten wir einen super Blick auf die Stadt. Zuerst war es noch wolkenfrei, dann zogen aber rasch Nebelschwaden auf und bedeckten den Tafelberg mit einer weißen Decke. Es wurde ungemütlich und kalt und es wurde Zeit für die Rückfahrt in die warme Stadt.

Hier noch ein paar Bilder vom wunderschönen Cape Town

Ausklariert haben wir am 14.2.2019 und legten ab nach Lüderitz in Namibia dem früheren „Deutsch Südwest Afrika“.

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