Willkommen an den Holzlagerhallen in Shoreham

Planmäßig verläuft der Törn nach Shoreham. Überraschung bietet die enge Schleuse mit sehr nettem Personal. Uns wird gleich hinter dem Schleusentor ein Liegeplatz vor einer Lagerhausreihe zugewiesen, an der wir längsseits anlegen. Der Fußweg zum Waschhäuschen ist beidseits mit mindestens drei Meter hohen Stahlzaun eingefasst und führt über die Schleusentore. Das Ganze erinnert an Gefängnisgänge oder ähnliches. Zum Dinner gibt es, mangels Restaurants, Zucchini-Pfanne mit Spagetti. Die Mengenbemessung klappt noch nicht so richtig. Aber auch das hat seine gute Seite: Wir laden Bodo ein. Bodo, 69, ist als Einhandsegler seit Monaten unterwegs und legt hinter uns an. Wir helfen beim Anlegen und beschließen ihn zum Essen zu uns zu bitten. Bei einem Glas Rotwein wird er gut satt und erzählt von seinem Törn (aus der Ostsee durch den Nord-Ostsee-Kanal nach Schottland durch den Caledonian Canal) seinem Leben als Kapitän zur See und davon, dass ein Schiff sich auch durch eine schwere Böh nicht einfach umwerfen lässt.

Die Versuche Segler im Umfeld um Schlepphilfe nach Brighton (25t -Kran) zu bitten, bleiben auf nette, jedoch erfolglose Kommunikation beschränkt. Dem Einen ist unser Schiff für seinen kleinen Motor zu schwer, dem Nächsten würde die Zeit davonlaufen und er könnte dann wegen Niedrigwasser sein Ziel nicht mehr erreichen. Bei nahezu Windstille und leichter Strömung, ca. 1 Knoten in Richtung West, kommt auch Segeln nicht in Frage. Deshalb kommen wir zu dem Endschluss, die Coastgard anzurufen und um Schlepphilfe zu bitten! Nach vielen, vielen Fragen wird uns Schlepphilfe vom Shoreham Lifeboot zugesagt. Es dauert keine 45 Minuten und das Lifeboot ist vor Ort. Wir übernehmen eine lange Leine samt Hahnepot und werden nach Shoreham zurück geschleppt. Dies Mal geht es den Flusslauf hoch. Wir werden in Absprache mit uns auf einen betonierten Slipway des alt ehrwürdigen Shoreham Sussex Yacht Club bugsiert (founded 1892). Wie sich zeigt, eine gute Wahl. Alles ist für uns gut organisiert. Hilfsbereitschaft vom Feinsten: Schon nach kurzer Zeit steht ein Monteur am Steg. Er lässt sich mit dem Mäuschen, unserem Banana-Boot-Dingi übersetzten, schaut sich die Sache an und sagt: Morgen früh um 7:00 Uhr kommt er wieder und behebt die Sache. Unsere Erleichterung über die versprochene prompte Reparatur haben wir mit einem guten Abendessen beim Inder und mehreren Guinnes im Yachtclub zu sagenhaft günstigen Preisen standesgemäß gefeiert. Das Eine geschafft, schon kommt die nächste Herausforderung: Bei Niedrigwasser durch den Schlamm auf die Trinity kommen. Rainer zieht sich an der dicken Festmacherleine hoch. Alle anderen waten durch den Schlamm. Eine Riesensauerei an Deck.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.