Tuamotus – Tahiti

Am 03.06.2016 verließen wir das Marquesas Archipel und segelten in Richtung Tuamotus. Während die Marquesas Inseln hoch aus dem Meer heraus ragen, bestehen die Tuamotus aus kleinen Atollen, die nur knapp über der Wasserlinie liegen. Auf einigen Atollen hat Frankreich damals die Atomtests durchgeführt.

Auf dem Weg nach Süden machten wir noch einen Zwischenstop in Fatu Hiva mit seinen schönen Buchten.

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Noch bevor wir die Tuamotus erreicht hatten, meldete sich der Kühlwasser­- Alarm, die primäre Kühlwasserpumpe war undicht und die Kühlflüssigkeit leckte in den Motorraum. Wir hatten ja auch schon lange keinen technischen Zwischenfall ;-). Eine Reparatur war nicht möglich, was nun. Ein Blick auf unsere Ersatzteilliste hob die Stimmung J: wir hatten eine Ersatzpumpe dabei. Sollten wir die Pumpe jetzt, so unterwegs austauschen oder erst einmal wieder Flüssigkeit auffüllen und weiter segeln? Ein Squall mit anschließender Windstille machte die Entscheidung einfach. Wir brauchten unseren Jockel im aktiven Einsatz, also die Ersatzpumpe einbauen. Der Stille Ozean machte seinen Namen alle Ehre und wir ließen uns treiben während Rainer im Motorraum die Pumpe wechselte. Leider entsprach unser so bejubeltes Ersatzteil, die Pumpe, nicht so wirklich dem alten Original, sie war etwas länger, also: nächstes Problem. Der Keilriemen lief nun nicht mehr gerade sondern schief über die Riemenscheiben. Die Situation war einfach und klar, wir mussten auf Wind warten um den Motor wenig zu gebrauchen. Wir sind ja auch Segler und nicht Motorer 😉 und wenn man nur laut genug nach dem Wind ruft, dann passiert sogar ein windiges Wunder.

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Nach einem Tag kam wieder Wind auf und wir setzten sofort wieder alle Segel. Pustebacke wurde stärker und blies mit 25 Knoten von achtern, Wind, super !!! Er blieb uns auch bis Papeete treu. Mit einem Motor, den wir nur kurzzeitig laufen lassen konnten, entschieden wir uns nicht die Tuamotus anzulaufen, denn bei den starken Strömungsverhältnissen mussten wir uns auf den Motor 100 Prozent verlassen können. Das Ziel hieß jetzt: Tahiti.

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Nach 5 Tagen erreichten wir den Hauptort der Gesellschaftsinseln. Bis kurz vor der Hafeneinfahrt blies Pustebacke noch mit 25 Knoten und wir legten uns Strategien zurecht, wie wir dort gut in den Hafen kommen könnten. Doch plötzlich, wir hatten noch 2 Meilen bis zur Einfahrt, schlief der Wind ein, die Einfahrt war nun kein Problem mehr. Wir starteten unseren Jockel kurz vor der Einfahrt, aber schon nach kurzer Zeit piepste der Motoralarm und wir mussten schnell unser Parkeisen fallen lassen. Nicht der Keilriemen war jetzt das Problem, sondern die ausgewechselte Pumpe verlor noch schneller das Kühlwasser als die Vorherige. Nun ging es mit kurzen Stepps Richtung Marina: ankern, Motor aus, Kühlwasser aufwischen, wieder einfüllen usw. bis zum Ankerfeld vor der Marina TAINA. Zwischendurch wurden wir über Funk aufgefordert, doch bitte zu ankern, weil ein größeres Flugzeug relativ dicht über uns hinweg flog, der Flughafen von Papeete liegt relativ dicht neben der Marina und wir mussten die Einflugschneise kreuzen. Kein Problem, wir ankerten uns ja ohnehin so munter durch die Einfahrt. Da kam es auf einmal mehr oder weniger auch nicht mehr drauf an.

Glücklich und erleichtert ließen wir unseren Anker im Ankerfeld der Marina fallen. Unweit von uns entfernt entdeckten wir unsern „alten“ Bekannten Martin, ein Österreicher Segler und Mechaniker mit viel Erfahrung.

Martin, den wir schon aus Portobelo/ Panama kannten, sah sich das Problem an und diagnostizierte einen defekten Simmerring. Also wurden wir kurzfristig von Segler zu Kümmerer: kümmert euch um Ersatzteile 😉

Heiner lag mit seiner „ Dörtita“ in der Marina und wartete auf seine Crew, die uns eine neue Pumpe aus Deutschland mitbringen konnte.

Die defekte Pumpe konnte nicht repariert werden und so spendierten wir unserem Jockel eine funkelnagelneue Pumpe, direkt aus dem Hause Mercedes in Papeete. Der lange Marsch durch die Stadt hat sich tatsächlich gelohnt und Rainer strahlte, als der Verkäufer die Pumpe ausgepackt hat und uns präsentierte. Inzwischen freue ich mich schon fast genauso und bin ganz happy über so technische Teile, wenn wir diese ohne große Schwierigkeiten bekommen, schließlich gewähren diese Dinge unsere Mobilität.

Inzwischen haben wir unseren Liegeplatz vom Ankerfeld in die Marina verlegt. Das hat unser kranker Motor gerade noch so geschafft. Mit Landstrom und reichlich Süßwasser versorgt lagen wir super am Steg. Doch wollten wir unseren Aufenthalt dort so kurz wie möglich gestalten, schließlich kostete uns der Spaß auch ca. 50 $ pro Tag.

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Beim Wegräumen einer kleinen Kiste mit Schrauben schoss es Rainer ins Kreuz, heftige Rückenschmerzen waren die Folge. Aber so etwas hatte er ja schon öfter und so machten wir uns erstmal keine Gedanken. Mit diesen Rückenproblemen krauchte mein Skipper in den Motorraum, immer noch hoch motiviert und glücklich über die neue Pumpe.

Am 22.06.2016 haben wir die Marina mit einer funktionierenden Pumpe verlassen und uns wieder einen Ankerplatz gesucht. Da die Schmerzen aber nicht nachließen, entschloss sich Rainer einen Arzt zu konsultieren. In der „Paofai Klinik“ diagnostizierte eine Ärztin einen leichten Bandscheibenvorfall. Nun war Ruhe angesagt. Er bekam Medikamente und auch ein Rezept für Physiotherapie. So bewegte er sich einige Tage etwas seltsam, sitzen ging nicht lange gut, aber schwimmen hilft super. Trotz eingeschränkter Beweglichkeit hielt er tapfer alle unsere Unternehmungen durch: Inselrundfahrt mit einem Leihwagen, Besuch einer tollen Show im Rahmen des „ Heiva i Tahiti“ Festes im Rahmen des Nationalfeiertages, Stadtbummel durch Papeete …

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Mit Segelfreund Heiner und seiner inzwischen angereisten Crew aus Bremen, erlebten wir viele lustige Stunden. Heiner’s Kumpel hat uns auch noch eine original Pumpe von Mercedes besorgt, die nun in Trinity’s Ersatzteillager ruht und hoffentlich nicht so bald zum Einsatz kommen wird.

Mit gut versorgter Trinity, einem wieder geschmeidigen Rainer und mich, pups gesund & bestens gelaunt, verlassen wir nach 24 Tagen am 5.7.2016 Tahiti. Teahupoo liegt auf Tahiti-Iti und ist das Surfparadies für die 44 Besten der Welt.

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Unser nächstes Ziel: die schöne Schwesterinsel Tahitis: Moorea, das „ Geschenk der Götter an die Polynesier“ genannt. Ein ganz besonderes Geschenk, denn die herzförmige Insel zählt zu den schönsten im Südpazifik.

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