Tanz auf dem Vulkan

Es war für Angelika zeitlich schon extrem knapp mit dem Bustransfer in Paris von Charles De Gaulle zum Flughafen Orly. Nur 20 Minuten blieben ihr zum Einchecken in Orly. Doch das Glück war ihr hold und sie konnte so gerade noch ihren Flieger nach Pointe à Pitre besteigen. Dort haben Rainer und ich sie pünktlich in Empfang genommen und ich konnte sie endlich wieder in meine Arme schließen. Am nächsten Tag, Angelikas Geburtstag, stand gleich eine Tour per Leihwagen durch den Regenwald und zum höchsten Berg, dem noch aktiven Vulkan La Soufriére an.

Der Regenwald im Nationalpark, den wir ohne Regen bei gut 27 Grad durchstreiften, bietet auch hier auf Guadeloupe  eine prachtvolle tiefgrüne üppige Vegetation mit Gebirgsflüssen und beeindruckenden Wasserfällen. Nur Tiere bekommt man nur selten zu Gesicht.

Regenwald Parc National de la Guadeloupe

Auf dem Weg zum Vulkan ging es kilometerlang an der westlichen Küste Guadeloupes entlang durch kleine malerische Dörfer und einladende Badebuchten. Es folgte eine teils steile Bergstraßenstrecke hinauf zu einem Parkplatz auf 1.100 Meter. Ab dort folgten wir einem Wanderweg, der zunächst gut befestigt durch Urwald führte. Ab einer Höhe von ca. 1.200 Metern wechselte der Bewuchs zu flachen Gestrüpp, Gummibäumen, Kakteenarten und wunderschön blühenden Zwiebelgewächsen.

Vulkanblume

Auch der Wanderweg wandelte sich. Er wurde zu einem Kletterpfad. Angelika, noch mit dem Klimawechsel kämpfend, verzichtete schließlich weise auf den Rest der „Reise“ hinauf zum Krater. Sie genoss stattdessen den fantastischen Blick über die Insel hinüber zur Inselgruppe Iles des Saintes.

Blick auf Iles des Saintes

Rainer, wie immer gut zu Fuß, erreichte recht bald den Krater, der ganz anders als er erwartete aus einer zerklüfteten Ansammlung von Hügeln, Spalten und Steinhaufen besteht. Nachdem ich Angelika auf ihrem „Rastplatz“ zurück ließ, versuchte ich Rainer einzuholen. Er hatte wohl das Tor zur Hölle entdeckt und blieb für mich verschwunden. Erst auf dem Parkplatz sah ich ihn wieder.

Vulkanschlund

Die Kraterlandschaft des Vulkan La Soufriére, durch die bei meinem Eintreffen Wolken zogen, wirkte schon gespenstisch. Ein Rundweg auf 1460 Meter führt vorbei an tiefen Schluchten aus denen stinkender (so wie faule Eier) Dampf aufsteigt, der sich mit den Wolken vermischt. Gelegentlich öffnet sich ein Fenster zwischen den Felshaufen und Wolkenfetzen und gibt den Blick frei auf die grüne Küste und das blaue Meer. Beeindruckend!

Vulkangipfel La Soufriere

Auf einer Bergkuppe geht es dann für mich nicht mehr weiter. Eine Tafel warnt vor giftigen Gasen. Und in der Tat, grün-gelbe Schwefelgase steigen aus einem tiefen Schlund auf. Hier tanzt der Teufel. Nach diesem Blick in das Grauen und einigen Fotos mache ich  mich flugs auf den Rückweg.

Nach der anstrengenden Klettertour (400 Höhenmeter Aufstieg in 1,5 Std.) nehmen wir am Parkplatz ein Entspannungs-Bad in einem kleinen Pool mit warmem Vulkanwasser. Eine richtige Wohltat vor der Rückfahrt zur Marina von Pointe á Pitre.

Dort folgt bei Angelikas Geburtstagsessen dann die Überraschung des Tages: Hier tanzte nicht der Teufel auf dem Vulkan. Nein, hier tanzte eine sehr toll aussehende schlanke Bauchtänzerin. Ihre Bewegungen waren gekonnt und ihr Rhythmus faszinierend. Für Angelika, Rainer und mich ein Genuss, der uns auch beim Schlummertrunk an Bord noch einige Zeit beschäftigte.

Bauchtänzerin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.