Rückkehr an den Äquator November 2015

Puerto Lucia

Die Trinity in Puerto Lucia

Wie immer ist die Zeit zu Hause viel zu schnell vergangen und viele Vorhaben konnten wir nicht realisieren, aber auch eine Menge tolle Erlebnisse haben uns viel Spaß gemacht:
eine Fahrradtour mit Freunden und viele Besuche von und bei guten Freunden , Treffen mit Seglern, die wir aus der Karibik kennen, Besorgungen von Ersatzteilen, Sommer genießen, aber ganz wichtig und besonders schön: die zwei neuen Enkelkinder erleben, es war mal wieder eine wunderbare Zeit.
Die Ankunft im Juni 2015 war getrübt durch den Verlust meines Rucksacks mit allem was man so nach 7 Monaten dabei hat. 🙁 Dieser Verlust war hart, da auch unwiederbringliche Bilder/ Filme dabei waren. Aber die Erinnerungen bleiben an die vielen schönen Erlebnisse, zum Glück.
Aber nun geht es wieder zurück zu unserer Trinity, wir freuen uns darauf, auf unser „anderes Leben“. Den Termin hatten wir 2 Wochen nach hinten auf den 19.11.2015 verschoben. Unsere Reisetasche voll mit Ersatzteilen, neuem Segel und diversen anderen Dingen, setzten wir uns in den Zug in Salzkotten, der uns über Hamm und Köln zum Flughafen Terminal nach Frankfurt bringen sollte. In Hamm kam schon mal eine 45minütige Verspätung, da sich der Zug nicht teilen ließ. Deutsche Bahn, immer ein Erlebnis ;-). Unser Anschluss-Zug in Köln kam auch verspätet an, so konnten wir die Fahrt wie gebucht zu Ende bringen. Das war schon eine Schlepperei von einem Bahnsteig auf den Anderen und in vollen Zügen neben unserem Gepäck stehend (2 x 22Kg Freigepäck, 1x 30Kg Segel, 2x 10Kg Bordgepäck und 2 Rucksäcke). Wir waren also gut bepackt und bester Laune. 🙂
Rainer hatte mächtig Respekt vor der Aktion beim Zoll. Dort herrschte eine ganz entspannte Atmosphäre und ich war tiefenentspannt. Irgendwie geht es ja immer ;-). Eine sehr nette junge Zollbeamtin war leicht überfordert mit unserem Anliegen, nach Rücksprache erklärte sie uns, dass die Papiere für unser Segel falsch ausgestellt waren, aber man berichtigte das und so war schon mal die Sache mit dem Mehrwertsteuer sparen ok. Das Segel ging als Sportgepäck, deklariert als Surfsegel, auch anstandslos durch. Der Plumpsstein der von Rainers Herzen fiel, war ein Kracher. Da schmerzten die 100 € für die 5 kg Übergewicht bei unserem normalen Gepäck weniger.Puerto Lucia 4

Puerto Lucia 3Beim Flug lief alles planmäßig und in Quito konnten wir unser Gepäck ohne Gebühren und irgendwelche Hampeleien beim Zoll mitnehmen. Super, das war erst einmal geschafft. Mit dem Taxi ging es zum Busterminal Quitumbe. Der Bus, der nach Bahia de Caraquez fährt, fuhr planmäßig erst um 23:30 Uhr, so haben wir 10 Stunden im Terminal gewartet, bevor es weiter ging. Die reichtliche Zeit nutzten wir, das emsige Treiben dort zu beobachten und etwas zu essen. Aber für mich steht fest: nie wieder so lange warten. 😉
Puerto Lucia 2
Puerto Lucia 1Am Abend wurde es empfindlich kalt, so dass wir uns eine Decke kaufen mussten. Die 8 Std. Busfahrt nach Bahia de Caraquez in der Nacht vergingen schnell und da wir entsprechen müde waren, konnten wir trotz des lauten Peng-peng-Videos schlafen. Wir sind ja nun schon sehr viel mit Bussen in Südamerika unterwegs gewesen und ob in Guatemala, Kolumbien, Panama und auch hier in Ecuador, überall wird man mit diesen schrecklichen Videos gepeinigt (andere Länder, andere Sitten). Übermüdet und kaputt, aber froh endlich da zu sein, ließen wir uns zur Trinity übersetzen.
Es war ein schöner Anblick: unser gutes Mädchen dort am frühen Morgen sicher an den zwei Bojen liegen zu sehen. Ihre derzeitige Freundin, die GALATEA II, von unserem Segelfreund Georg, lag ja daneben und dort tummelte sich auch schon die Besatzung.

Puerto Lucia 9

Ute mit Delia und Adriana

Da wir keinen Schlüssel mehr hatten (wurde ja auch geklaut) und der „Notschlüssel“ sich an einem Ort befand, der auch abgeschlossen war ;-), warteten wir auf Juan den Hafenmeister, der unseren Ersatzschlüssel hatte. In der Zwischenzeit hat uns Georg zu einem leckeren Frühstück eingeladen. Georg hatte für zwei Wochen eine Gästecrew, seine Frau und Schwägerin, zwei tolle kolumbianische Frauen mit wunderschönen Namen: Delia und Adriana.

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Georg, Delia und Adriana – die Crew der GALATEA II

Während unserer Abwesenheit hat man hier begonnen die Straße neu zu machen. Daraus resultierte, dass die Trinity reichlich mit Straßenstaub bedeckt war, sehr reichlich sogar.
Puerto Lucia 5
Groooßputz war in den nächsten Tagen angesagt. So lief es wie im gewohnten Trott ab: ankommen, putzen, räumen, putzen, reparieren, putzen und zwischendurch nette Päuschen, denn es ist ja wettertechnisch schon lecker warm. Wichtig war, das Schiff lag dort sehr sicher und trotz der starken Strömungen ist nichts vorgefallen. Die Leute von Puerto Amnistad sind sehr hilfsbereit und freundlich.
Am Mittwoch, 25.11.2015, hatten wir die Weiterfahrt nach Puerto Lopez geplant und von dort weiter nach Salinas, Puerto Lucia. Es hat auch alles geklappt, aber am Montag erlebten wir dann noch eine „grande“ Katastrophe: Wassereinbruch im Motorraum. Schitt !!! Rainer stand bis zur Wade im Wasser, wir schauten uns erschrocken an und dachten: ja, hurra, so kann es weiter gehen. Nein, es war kein Spaß. Der Motorraum war schon bis zum Einstieg geflutet, ehe wir das Wasser bemerkten. Eine Schelle hatte sich an der Stevenrohrdichtung gelöst und so fand das olle Salzwasser fix den Weg in Trinitys Herz-Kreislaufzentrum. Fleißige Helfer waren schnell zur Stelle und mit vereinten Kräften haben wir den Motorraum leer geschöpft und die Bilge wieder trocken gelegt. Von locker 300 Liter Wasser haben wir das Schiff befreit. Also wieder alles sauber machen und mit Süßwasser spülen. Im Nachhinhein kann man sagen „Es hätte schlimmer kommen können“ 😮

Noch nicht richtig angekommen, legten wir in Richtung Puerto Lucia ab und kamen am 29.11.2015 dort an. Leider war wenig segeln möglich, Wind gegen an, was uns aber klar war. Dass auch hier der Winter Einzug gehalten hat, sieht man an der grau-braunen Vegetation im Hochland. Die Bewohner der Küste hier finden es auch momentan zu kalt (nun gut bei 30°C kann man schon anfangen zu frieren). Nein, es ist echt für einen normalen Jahreszeitenrhytmus hier zu kalt und zu wenig bzw. gar kein Regen. Seit wir hier angekommen sind gab es in dieser Region keinen Regen, vielleicht doch ein Merkmal des El Nino? Da warten wir mal ab.
Puerto Lucia 6
Mit unserem Schweizer Segelfreund Georg haben wir die nächste Etappen, die Tour durch Peru und dann die Überfahrt zu den Galapagos Inseln verabredet. Daher haben wir uns gemeinsam hier in der Marina angemeldet. Georg hat seine GALATEA aus dem Wasser holen lassen, sein Schiff braucht einen neuen Unterwasseranstrich und wir liegen etwas wackelig vertaut am Steg. Es ist eine kleine Marina mit Yacht-Club und bis auf die Liegeplatzgebühr (900,00 $ pro Monat) erst einmal ok. Der Ort bietet gute Einkaufsmöglichkeiten und hier im Yachtclub gibt es ein schönes Restaurant, saubere Sanitäranlagen, einen sehr schönen Swimmingpool, Wäscheservice und in der Nähe ist auch ein Strand. Priorität für uns ist auch die Sicherheit und die ist hier gegeben. So kann Rainer noch seine nie endende to-do-Liste abarbeiten.
Ab Samstag, 05.12.2015, geht es aber erst einmal nach Peru. Mit gepackten Rucksäcken und per Bus starten wir hier. Unsere ersten Stationen bestaunen wir aber noch hier in Ecuador: Guayaquil, Cuenca, Loja und den Ort, wo der eigentliche Sombrero fino Panamá (Panamahut) her kommt: Montechristi. Darauf freuen wir uns. Also bis später !

 

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