Ostern EImal anders

Während der Osterferien haben Tanja und ich gemeinsam mit Ute dem lieben Rainer und seiner Trinity einen zweiwöchigen Besuch abgestattet. Es war wieder einmal traumhaft schön!!! Einige Impressionen könnt ihr diesem Fotoalbum entnehmen: Osterurlaub 2014

Nach der fünfzehnstündigen Anreise wurden wir endlich durch Rainer am Flughafen von Punta Cana in Empfang genommen. DSC_0578Wir haben uns alle gefreut, ihn wohlbehalten wiederzusehen, am längsten knutschten allerdings Rainer und Ute.
Zum Flughafen muss man sagen, dass er aussieht wie eine überdimensionierte Cocktailbar, mit Palmdächern und offenen, hüttenartigen Gebäuden. Einen Begrüßungscocktail gab es deswegen aber leider trotzdem nicht. Dafür jedoch den Schock darüber, tatsächlich zu realisieren, dass wir mit Englisch in der Dominikanischen Republik wirklich nicht weit kommen würden.
Dann brachte uns Rainer mit dem Mietwagen vom östlichsten Rand der Insel ins gut 60 Kilometer entfernte Bayahibe. Vorbei an vermüllten Einöden, Zuckerrohrfeldern und zahlreichen touristischen Resorts, empfing uns der Ort mit seinem wuseligen Treiben und ohrenbetäubender Musik. Bayahibe unterliegt dem Rhythmus von zwei Tageszeiten: Morgens werden die Touristen aus den Resorts angekarrt, um auf die kleineren umherliegenden Inseln gebracht zu werden und am frühen Abend läuft das Schauspiel rückwärts ab. Zwischendurch ist es herrlich ruhig und man kann die eigentliche Schönheit des Ortes hier und da erkennen: Türkisfarbenes Wasser und freundliche Menschen, deren Leben sich überwiegend draußen abspielt.

Nachdem wir uns und unser Gepäck mit dem neuen Dinghi auf die Trinity gebracht haben, überraschte uns Rainer mit einem leckeren selbstgekochten Eintopf. Während Rainer, Ute und Martin es sich schmecken ließen, entdeckte Tanja ihre Tierliebe neu und fütterte erst einmal die Fische. Das sollte in den kommenden zwei Wochen noch häufiger passieren, wird in diesem Bericht allerdings nicht weiter kommentiert werden 😉 .
Direkt am ersten Tag genossen Rainer und Ute ein wenig Zweisamkeit und brachten (angeblich) die Trinity auf Vordermann. Für Martin und Tanja hatte Rainer eine Tagestour quer durch den nahegelegenen Nationalpark „Padre Nuestro“ gebucht. Mit rund 15 anderen Touristen, unserem holländischen Guide Rob und seiner liebreizenden Tochter Marie-Sol wanderten wir durch einen Tropenwald. DSC_0178Die lustige Art von Rob und die Mischung seiner auf englisch, deutsch und holländisch gegebenen Erklärungen machten die Führung zu einer angenehm kurzweiligen Entdeckungsreise durch die Umgebung und in das Leben der Ureinwohner von Hispaniola.Ein besonderer Höhepunkt war das erfrischende Bad in einem glasklaren See, der sich durch Regenwasser in einer Höhle des Nationalparks gesammelt hat. So war der erste Tag des Urlaubs bereits vorüber.

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Bevor wir tatsächlich mit dem ersten Segeltörn beginnen konnten, wollten wir den Vorrat an Proviant gemäß unseren Wünschen erweitern. So stiegen wir vier kurzerhand am nächsten Vormittag in ein Gua-Gua (eine Art Minibus) und los ging die wilde Fahrt. Berührungsängste gegenüber fremden Menschen darf man dabei nicht haben. Unsere Fahrt endete in La Romana, dessen Stadtbild durch den Baseballsport geprägt ist. Dort angekommen schlenderten wir zunächst über einen kleinen Markt, dessen Waren uns aber weniger ansprachen. Unser Ziel war der große Supermart, denn wir waren auf der Suche nach Nahrung. Auch für komplizierte Esser wie Tanja bot dieser Supermarkt ein reichhaltiges Angebot und wir machten uns glücklich und mit gefüllten Rucksäcken auf den Heimweg. An diesem zweiten Abend begann ein liebgewordenes Ritual. Nämlich abends gemeinsam in der Kuchenbude eine Dose kühles „Presidente“ zu trinken, dem Plätschern des Wassers zu lauschen, den Ausblick zu genießen und uns einfach treiben zu lassen.
Doch schließlich packte uns das Reisefieber und wir sagten Bayahibe auf Wiedersehen. An diesem Abend stellte uns Rainer noch einmal dem gesamten Ort vor und wir tranken ein Bier vor seiner Lieblingskneipe. In dem Laden selbst, hätte man es ohne Lärmschutz nämlich keine drei Minuten ausgehalten. Lautstärketechnisch kann sich der Rest der Welt von diesem Örtchen wirklich eine Scheibe abschneiden :-D. Kaum zu glauben, dass Rainer gerade einmal drei Wochen vor Bayahibe geankert hat, denn der gefühlte halbe Ort begrüßte ihn auf der Straße mit Highfive. Nachdem wir dann bei Joanna die leckersten alkoholfreien Cocktails unseres Lebens getrunken hatten, machten wir uns am nächsten Morgen auf zu neuen Ufern.
Unser erstes Ziel war die gut dreistündig entfernte Insel Saona. Da wir mit Tanja eine echte Landratte an Bord hatten, wollten wir es mit der Entfernung erst einmal nicht übertreiben. Hoch am Wind und mit entsprechender Krängung erreichten wir diesen malerischen Ort. Während der Fahrt, hatte Tanja ernsthafte Sorgen, dass die Trinity umkippen könnte. Wie gut, dass Rainer derart anschaulich erklären kann, dass sich selbst solche Ängste in Luft auflösten. Für Saona lassen wir an dieser Stelle am besten einige Bilder erzählen:

Weiter ging es nach zwei Nächten Richtung Catalina. Diese winzig kleine Insel besticht durch sechs ebenfalls kleine Häuschen. Da jedes in einer anderen Farbe angestrichen wurde, könnte man meinen, Pipi Langstrumpfs Feriendomiziel entdeckt zu haben.
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Noch wussten wir nicht, dass uns der nächste Törn einiges abverlangen sollte. Geplant war eine fünfstündige Überfahrt nach San Pedro. Doch die dortige Militärpolizei machte uns einen Strich durch die Rechnung. Weil wir in dem Industriehafen San Pedros nicht ankern durften, mussten wir zurück auf die an diesem Tag raue, tobende See. So kamen wir ordentlich durchgeschüttelt und erst nach zehn Stunden in völliger Dunkelheit in der Marina von Boca Chica an. Auch für erfahrene Segler wie Rainer ist eine Ankunft unter derartigen Bedingungen in einem völlig fremden Hafen eine echte Herausforderung. Nicht nur wir, sondern auch die Trinity haben bei diesem Törn einige Federn gelassen.

DSC_0757 Durch den herzlichen Empfang in der Marina, vergaßen wir die Strapazen dieses Tages jedoch schnell und gönnten uns an diesem Abend ein Essen im Restaurant. Obwohl es bereits nach 21 Uhr war, tummelten sich die Bewohner auf den Straßen und feierten zu lauter Musik. Während in Deutschland Eier gefärbt, versteckt und gesucht werden, feiern die Menschen hier die Semana Santa auf ihre eigene Art. Erschöpft und glücklich darüber, doch noch heil angekommen zu sein, fielen wir zu später Stunde in unsere Kojen.
DSCN6113 DSCN6072Bereits am nächsten Tag entdeckten wir Boca Chicas Besonderheit: Durch ein natürliches Riff geschützt wird der Strand dieses Ortes zurecht als die größte Badewanne der Welt bezeichnet. Ein Grund für viele Einwohner hier ihre Feiertage zu verbringen und in dem knietiefen Wasser zu planschen. Ebenfalls besonders ist, dass die Tische und Stühle der Restaurants teilweise bis in das Wasser hinein aufgestellt werden. Was uns allerdings immer wieder erschüttert hat, waren die Müllberge an den Straßenrändern und Stränden, neben denen die Einheimischen scheinbar völlig unbeeindruckt saßen. DSC_0887
Sonst verwöhnt von Utes Kochkünsten und ihrer großartigen Rundumverpflegung, aßen wir in den nächsten Tagen häufig bei den herzlichen Besitzern des kleinen Restaurants der Marina. Und halleluja: Es gab sogar eiskaltes „Presidente“ aus Flaschen.
So ließen wir uns in den nächsten Tagen einfach wieder treiben, unternahmen Ausflüge an den Strand und in den kleinen Ort, probierten hier und dort einige Spezialitäten und konnten nicht aufhören, uns über die Aufdringlichkeit der Strandverkäufer zu wundern.

DSC_0861DSC_0777Am dritten Tag vor unserer Abreise unternahmen wir dann aber noch einen Ausflug in die Hauptstadt Santo Domingo. Nachdem wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie die Statue Columbus‘ vor der Kathedrale (übrigens die älteste Amerikas), das Nationalmuseum und das ehemalige Fort abgehakt hatten, ließen wir das wahnsinnige Treiben dieser Millionenmetropole noch ein wenig auf uns wirken. DSC_0824
Am frühen Abend machten wir uns mit dem Bus wieder auf den Heimweg und waren alle ganz froh, wieder das ruhige Schaukeln auf der Trinity genießen zu können.

Kaum zu glauben, dass zwei Wochen derart schnell vorbei gehen können, aber der Urlaub neigte sich dem Ende und ehe wir uns versahen, standen wir am internationalen Flughafen von Santo Domingo und wandelten unsere letzten Pesos in Rum und ein Dominospiel um. DSC_0436Mit einer Person weniger, Ute blieb noch zwei Wochen länger an Rainers Seite, ging es dann mit dem Flugzeug zurück in den Alltag nach Deutschland.

Nun schauen wir zurück auf einen wunderschönen Urlaub an Bord der Trinity, der hoffentlich nicht der letzte gewesen sein wird! Danke lieber Rainer für eine unvergessliche Zeit, in der wir viel gesehen, erlebt, gelacht und noch mehr Bier getrunken haben! 🙂
Und wie auf jeder Reise haben wir auch auf dieser etwas gelernt: Was ist der Unterschied zwischen Bulimie und Segeln? Beim Segeln kotzt man vor dem Essen 😀

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