Nachtfahrt von Teneriffa nach Gran Canaria

Samstag 27.10.2012

Der Tag beginnt für mich als Waschtag. Rainer sorgt derweil für ein sauberes Schiff und Seewasserfilter. Der weitere Vormittag vergeht schnell mit etwas „Werkeln“ im Maschinenraum. Die neue Halterung für die Versorgungslichtmaschine passt. Die endgültige Montage muss noch warten. Wie so oft fehlen, trotz unseres umfangreichen Ersatzteilsortiments, die richtigen Kabelschuhe und der passende Keilriemen.

Gegen 15:00 Uhr entschließen wir uns nach Gran Canaria aufzubrechen. Der Wind ist gerade passend für uns. Trotz des gut überlegten Ablegemanövers landen wir gleich aus mehreren Gründen fast in einer Katastrophe: Wir kommen zunächst noch gut aus unserer Box ohne in einen Konflikt mit den Mooringleinen zu geraten. Doch dann schlägt Mc. Murphy zu. Der Rückwärtsgang funktioniert nur nach dem Zufallsprinzip. Knapp gelingt es ein Touch mit einem Segler zu vermeiden. Als nächstes winken unsere Stegnachbarn heftig, weil eine unserer beiden Vorleinen im Wasser schwimmt. Kaum ist die Leine sicher an Bord und wir glücklich darüber, dass Trinity sauber rückwärts in Richtung Hafenausfahrt läuft, schrillt der Temperaturalarm des Motors. Ein Ton der in dieser Situation durch Mark und Bein geht. Glücklicherweise tippen wir richtig auf den Seewasserfilter und weil wir über einen zweiten verfügen, können wir umschalten und den Alarm stoppen. Heil aus dem Hafen gekommen und mit reichlichen Abstand zur Küste, untersuchen wir unsere Rückwärtsgangprobleme. Die See ist einigermaßen ruhig und die Hitze im Motorraum noch erträglich. Es entwickelt sich bei der unvermeidlichen Schauckelei ein nachhaltiges Geduldsspiel. Die richtige Einstellung der Schaltpunkte für Rückwärts, Leerlauf und Vorwärts und der Bewegungsstrecke des Bautenzugs zu finden gelingt nach mehr als einer Stunde. Alle anschliessenden Tests bringen gute Ergebnisse. Erleichtert setzen wir unsere Fahrt in den Abend und die Nacht fort. Als nach einem kleinen Abendessen (Fertiggericht) Ruhe eingekehrt ist, besucht uns erneut eine große Menge Delphine und begleiten uns in die Dunkelheit. Wir geniessen dieses Erlebnis, die Ruhe und die Fahrt unter Segel bei 3 bis 6 Knoten, gesteuert von unserer Windsteuerungsanlage. Im Morgengrauen fällt dann der Anker vor Mogan, an der Südküste Gran Canarias.

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