Kuba & Mittelamerika

Ich habe Ute am 15.5. 2014 schweren Herzens zum Flughafen gebracht. Aber es wird erst einmal das letzte Mal sein, daß ich sie zum Flughafen bringe, sie wieder nach Hause fährt und wir getrennt sind. 🙂

Kubanische Schönheit ;-)

Franz holte ich auch gleich ab, er kam mit der Condor-Maschine mit der Ute nun nach Frankfurt fliegt. Es dauerte recht lange bis ihn die Zollkontrolle entließ. Der Grund war eine alte Fritz-Box, die er mir mitgebracht hatte. Sie durfte nicht eingeführt werden und blieb deshalb beim Zoll. Wir hätten sie wahrscheinlich in 14 Tagen wiederbekommen können, aber welch ein Aufwand. In einem alten Chevrolet wurden wir wieder nach Santiago de Cuba kutschiert. Da es schon dunkel war dachte ich manchmal er hätte nur Standlicht an, aber es war das Fahrlicht. Scheinwerfer und Birnen waren wohl noch aus dem Erbauungsjahr der Autos 😉

Am 15.05. stand der Besuch von Santiago de Cuba auf dem Programm. In einem Hotel mit Internetverbindung versuchte ich noch einmal meine zahlreichen Geburtstagsglückwünsche zu beantworten, aber leider hat es nicht geklappt. Dafür trafen wir  den Typ vom Zoll, der unser Boot einklariert hatte und er hat uns  4 Flaschen besten Rum zu einem vernünftigen Preis verkauft. So macht jeder hier seine Geschäfte. Den Tag darauf verlegten wir die Trinity an den Steg, denn wir wollten noch Diesel bunkern. Am Abend kamen die 350L Diesel in 2 Fässern. Super, aber wie sollten wir den Treibstoff nun aus den Fässern in unseren Tank bringen?! Mit etwas Geschick, ansaugen, kippen und unserem Pumpschlauch klappte es dann doch irgendwie 150L in den Tank zu befördern. Die Dunkelheit und der aufziehende Regen hielten uns vom zweiten Fass ab. Das war jedoch nicht weiter schlimm, da unsere Abendplanung bereits feststand. Wir waren um 22:00Uhr verabredet mit unserem Taxi. Wie es manchmal so ist, kam es erstmal nicht und die Sache schien bereits ins Wasser zu fallen. Um 23:00Uhr ließ es sich doch noch blicken. Unser Taxifahrer meinte, er wäre durch eine Straßenkontrolle aufgehalten worden. Wie auch immer, wir fuhren erst einmal mit Michael Jackson, Eigner eines Schiffes neben uns, in eine Nachtbar wo eine Tanzshow stattfinden sollte. Die Show war nun nicht gerade ein Brüller & die Musik sehr laut. Aber die Cubaner können tanzen und sich toll im Rhythmus bewegen. Unseren Spaß hatten wir allemal. Am nächsten Morgen, den 18.5.14, haben wir nur noch schnell das 200l Fass gebunkert und uns anschließend auf den Weg nach Cienfuego gemacht. Diesmal ging die Betankung, mit der Erfahrung vom Vortag, auch wesentlich schneller.

Trinidad - Weltkulturerbe und eine sehr sehenswerte Stadt

Trinidad – Weltkulturerbe und eine sehr sehenswerte Stadt

Cienfuego ist eine hübsche Hafenstadt mit Flair. Wir trafen dort 3 junge Männer, die uns die nächsten Tage noch begleiten sollten. Sie besorgten uns ein Taxi für den nächsten Tag nach Trinidad, einer alten Hafenstadt, die zum Weltkulturerbe gehört, sehenswert!

Franz hatte schon gesundheitliche Probleme und war nach der Stadttour erst recht fix und fertig. In der Nacht verschlimmerte sich sein Zustand und so suchten wir am Morgen einen Arzt auf. Den Arzt bekamen wir nicht wirklich zu sehen. Die Verschreibung eines Medikamentes sollte aber ausreichen. Franz hatte sich aufs Boot zurückgezogen und geschlafen. Nachmittags traf ich mich mit Pedro zum Telefonieren. In einer armseligen Gegend klopften wir an einer Tür, uns wurde geöffnet, und dort konnte man ins Ausland – relativ billig (3 CUC pro Min)  telefonieren. Es war schön mal wieder Utes Stimme zu hören. 🙂

Piedro mit seiner Mutter und seiner Ehefrau in den Armen

Piedro mit seiner Mutter und seiner Ehefrau in den Armen

Am Abend hatte ich mich mit Pedro und einem Anderen zum Hummeressen bei ihm zu Hause verabredet. Er hat gekocht, seine Familie (Mutter,Frau und 2 Kinder) waren auch da, aber eine Unterhaltung ist halt schwierig mit meinen 3 Brocken spanisch. Die beiden Männer haben ins englische übersetzt. Der Hummer, mein erster Hummer im Leben, hat super geschmeckt. Ich hatte Kugelschreiber für die Kinder mitgebracht – sie haben sich riesig gefreut.

Franz ging es langsam wieder besser, das Fieber war rückläufig und so buchten wir noch eine Tour zum „Che“Denkmal.
Zum Ausklarieren sollten wir noch an den Steg fahren. Dabei passierte es, ich hatte das „Tor“ an der Reling schon geöffnet und fiel bei einer kurzen Unachtsamkeit ins Hafenbecken. Nicht schlimm, so konnte ich die Leine von Franz, der das Boot steuerte, am Steg annehmen und beim Anlegen behilflich sein. Unser nächstes Ziel:  George Town auf Grand Cayman.

Am 04.06. kamen wir nachts in George Town an und wurden an eine Boje verwiesen, die wir nicht sofort fanden, da die Verständigung über Funk nicht so einfach war. Im Gegensatz zu den sozialistischen Verhältnissen auf Kuba erwarteten uns hier wieder reichlich gefüllte Supermärkte, aber auch teuer. Endlich konnten wir mal wieder über Skype billig und ausgiebig telefonieren. Am 05.06. fuhren wir mit dem Schiff nach Stingray City, einer Sandbank im North Sound. So viele große Rochen, die einem um die Beine schwimmen, habe ich noch nicht gesehen, es war interessant & sehr schön! 🙂

Stingray City

Rochen in Stingray City

Nach diesem Erlebnis ging es am nächsten Tag wieder zurück nach George Town, dort freute sich die uns schon bekannte Boje auf die Trinity . In der Zwischenzeit haben wir Horst und Ingrid aus Bielefeld, beide schon über 70, kennen gelernt. Sie sind schon länger in dieser Gegend unterwegs und kennen sich gut aus. Sie haben auch das gleiche Ziel wie wir:  den Rio Dulce in Guatemala. Wir änderten kurzerhand unser Ziel Belize und machten uns auf den Weg über die Swan Islands zur Insel Guanaja in Honduras. In der Nähe der Swan Islands, an der wir nachts entlang segelten, überraschte uns ein Squall, nicht schlimm aber unsere Selbststeueranlage fiel, aus welchem Grund auch immer, aus. 20 Std. von Hand steuern war nun angesagt, 🙁

Guanaja erreichten wir am 07.06. in der Nacht und kämpften uns bei 22 Kn Wind und entsprechender Welle in die uns unbekannte Ankerbucht hinter einem Riff vor. Alles gut gegangen und wir belohnten uns mit einer Flasche Rotwein. Nachdem nun Ruhe wieder eingekehrt war, nahm ich mir am nächsten Tag die Selbststeueranlage vor. Nach viel probieren und umklemmen von Kabeln ging sie plötzlich wieder. Die vermuteten Endtransistoren waren es nicht.

Nachmittags kamen dann Horst und Ingrid an, die einen Tag später losgefahren waren. Sie kannten die Besitzer des Restaurants „Manati“, Annette und Klaus. Wir fuhren mit dem Dinghi rüber und verabredeten uns für den Abend zum Essen. Man glaubt es nicht, es gab Tucher Weizenbier und Schweinebraten mit Spätzle bzw. Speckkartoffelsalat. 🙂

Gunaja Guanaja (2)

Am 10.06.14 klarierten wir ein, Horst und Franz fuhren mit dem Dinghi zu dem Inseldorf und ich machte mich zu Fuß auf den unbekannten Pfad.

Guanaja

Alles war ok und so ging es am 11.06.14 nach French Harbour auf Roatan. Wir waren etwas schneller als Horst, deshalb kreuzten wir auf und warteten auf ihn , da er die Strecke schon kannte. In der Einfahrt passierte es dann: Horst lief auf ein Riff auf und kam nicht wieder frei, da die Wellen bei 24Kn Wind sein Schiff immer weiter auf das Riff drückten. Wir mussten mit ansehen, wie sein Boot zum Spielball der Wellen wurde und konnten nichts machen. Es war schlimm. Wir riefen French Harbour über Funk und baten um Schlepperhilfe. Da sich nichts tat fuhren wir in den Hafen und Franz setzte mich dort ab. Mit einem Taxi fuhr ich zu den French Cayes, dem Unglücksort und organisierte Hilfe. Mit einem Fischtrawler versuchten wir dann das Boot vom Riff zu ziehen. Bei dem Wellengang war es uns aber nicht möglich die Leine zu übergeben und so mussten wir wieder unverrichteter Dinge in den Hafen zurück.

French HarbourFrench Harbour1

Nächster Morgen, eine weitere Rettungsaktion. Alles ging aber nicht so schnell wie gedacht, erst nachdem die Versicherungsfrage geklärt war, wurde eine Firma beauftragt das Boot vom Riff zu ziehen.  Mit 2 Schleppern, insgesamt über 750 PS und einem Boot welches die Aviva in Schräglage zog, wurde dann das Schiff über das Riff in tieferes Wasser gezerrt.

Das Schiff, die Aviva, war nicht Leck geschlagen aber die Steuerbordseite war eingedrückt, die Ruderanlage beschädigt, die Solarpanel und ein Vorstag abgerissen. Was sonst noch Schaden genommen hat, wird man erst sehen wenn das Schiff aus dem Wasser genommen wurde. Wir halfen in den folgendenTage noch mit ein paar Schäden zu beheben und fuhren am Sonntag, den 15.6.2014 weiter nach Utila. Eine kleine touristische Insel mit vielen Tauchstationen und Hotels für Backpacker.

Utila3 Utila4 Utila1

Von hier aus geht es nach Livingston in Guatemala am Eingang zum Rio Dulce. Zuvor verfolgen wir aber auch hier teilweise die Fußball-WM & drücken unserer Mannschaft die Daumen. 🙂

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