Königreich Tonga & Neuseeland

Schmerzen in Utes linken Körperhälfte ließen uns aufhorchen und wir suchten das Krankenhaus in Neiafu auf, um mit einem EKG Klarheit zu bekommen. Wir mussten bis zum Abend warten, da erst dann ein Arzt zur Verfügung stand, der das EKG verordnen konnte. Entwarnung am Abend, die Schmerzen kamen wohl von einer Verspannung im Rücken, denn das EKG war gottseidank OK.

Am Nachmittag des 26.8. lichteten wir unseren Anker und segelten durch die Nacht zur Haapai-Gruppe von Tonga. Wir hatten gut Wind und so kamen wir viel zu früh dort an. Um nicht im Dunklen durch die Riffe fahren zu müssen, ankerten wir vor einer Insel , gingen den Rest der Nacht schlafen, um am Morgen gestärkt mit einem Frühstück zur Inselhauptstadt Pangai zu segeln.

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Sonntags ist in Tonga ja immer tote Hose und so unternahm ich einen Inselspaziergang während Ute sich Ruhe und einen Fernsehnachmittag mit alten Tatort Krimis genehmigte. Frei umherlaufende Schweine gibt es dort zur Genüge und so sieht man ganze Familien umherlaufen.

Tonga Neiafu

Tonga Neiafu

Nicht weit vom Hafen gab ein schönes Lokal mit super Essen und lecker Bier die Mariners Bar.

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Der König muss vor kurzem im Ort in seinem Sommersitz gewesen sein, die geschmückte Straße zeugt noch davon.

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Eine Gruppe Mädchen ließ sich stolz vor dem Wappen der Schule fotografieren.

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Der Wind war nicht unbedingt günstig für unsere Weiterfahrt, aber wir machten uns trotzdem auf den Weg. Nach der Hälfte der Wegstrecke ankerten wir vor der Insel Nomuka. Wir lagen sicher zwischen 2 Inseln und dies fanden auch die Wale, die nun dicht an uns vorbeizogen. In der Nacht hörten wir ein Pfeifen, sie schliefen wohl nun dicht neben uns.

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Die Kulisse der Insel war vielversprechend, aber ein Ausflug auf die Insel war ernüchternd, eine Straße und teils baufällige Häuser. Der Wind drehte noch mehr auf Süd und blies nun mit über 20 Knoten aus Süd, unsere Richtung. Wir machten uns doch auf den Weg, denn eine Besserung war auch nicht in Sicht. Nach über 24 Std gegen an kamen wir endlich am 2.9. in der Hauptstadt von Tonga in Niku’alofa an. Nach einer kurzen Einkaufstour ging es zur Insel Motutapu vor der Stadt mit dem knuffigen Restaurant Big Mama.

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Den Königspalast, ein riesiges Steintor aus vergangener Zeit, Cooks Landeplatz, eine Höhle, schäumende Wellen, usw. gab es auf unserer Sightseeing Tour zu sehen.

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Am 13.9. schien das Wetterfenster gut für eine Überfahrt zu sein. Sicher konnte man nicht sein, denn für die über 1000 Meilen benötigten wir etwa 10 Tage und eine Voraussage für solch einen langen Zeitraum ist doch sehr unzuverlässig. Die ersten 500 Meilen kamen wir gut voran und ließen auch das Minevra Riff aus, an dem wir dicht vorbei segelten ohne zu ankern. Es bildete sich ein riesiges Hoch und der Wind wurde immer wechselhafter von Wind aus Südost über wenig zu Südwest und gar keinem Wind war alles drin, so das wir an die 100 Std. motorten.

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Alles hat ein Ende und dann waren endlich die ersten Berge von Neuseeland zu sehen. Da es schon spät war, fragten wir um Erlaubnis in einer Bucht ankern zu dürfen. Es wird zwar nicht gerne gesehen ohne einzuklarieren vorher schon mal zu ankern, aber wir bekamen die Genehmigung und wir schliefen mal wieder beide im gemeinsamen Bett ohne das jemand Wache schieben musste. Am nächsten Morgen hatten erst einmal Schwierigkeiten den Anker zu heben, er hatte sich irgendwie verfangen aber dann ging es auf nach Opua, wo wir am Q-Dock (Quarantäne Dock) festmachten.

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Die Behördenvertreten kamen zu Zweit am Morgen an Bord, eine nette Dame von der Imigration und ein Herr von der Biosecurity. Die Stempel im Pass waren schnell geschehen aber die Biosecurity wollte es ganz genau wissen. Erst musste in einem Formular alles angekreuzt werden, was nicht eingeführt werden durfte, dann ließ er sich unsere Vorräte zeigen ob nicht doch etwas dabei war was nicht angegeben wurde. In einem großen Plastiksack verschwanden dann bestimmte Gewürze, Honig, unsre schon gebratene Gemüsepfanne, Klopse, Limonen, die restlichen Eier, usw., immer mit der Drohung, wenn er etwas findet was nicht angegeben wurde, würde er das gesamte Schiff durchsuchen lassen. Endlich gab es die begehrte Freigabe und wir durften die gelbe Q- Fahne einholen.

Wir verholten uns in die Marina und machten an einem Steg fest. Diverse Arbeiten lagen nun an, die Marina bot aber auch genug Geschäfte und Reparaturshops so dass es kein Problem war.

Mit der Fähre ließen wir uns übersetzen zur Straße zur ehemaligen Hauptstadt Russel. Der Weg dorthin, 8km, war schön aber auch anstrengend. Erst einmal was trinken und ausruhen war nun angesagt. Mit einer anderen Fähre ging es dann in den Ort Pahia und mit dem Taxi zurück nach Opua, ein schöner Ausflug.

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Am 2.10.2016 legten wir in Opua ab und segelten nach Whangarei. Zuerst hoch am Wind mit Schräglage, dann mit Regen und wechselnden Winden, den Rest liefen wir unter Motor in den Hafen ein. Die Vorhersage hatte nicht gepasst, scheiß Wetter. Am Montag den 3.10. hob man uns aus dem Wasser und wir bekamen erst einmal einen Stellplatz. Wir lernten Wad und Diana, zwei nette Kanadier kennen, die sich schon hervorragend in Whangarei auskannten und uns mit dem Leihwagen oft mitnahmen, um uns zu allen Geschäften zu fahren, die wir für Reparaturen benötigten.

Die Woche darauf wurden wir noch einmal umgebettet in eine ruhige Ecke ohne Wasser und Strom, den wir ja auch nicht mehr brauchten wenn wir auf Urlaub in Deutschland sind. Ab dem 14.10.2016 sind wir wieder in Deutschland und freuen uns auf die Enkelkinder. Im Frühjahr 2017 geht es dann wieder weiter.

Bis denn, die Trinity Crew Ute & Rainer

 

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