Freude auf der Trinity

Freunde, Freunde, kann man eigentlich Wetterchen haben? Also wenn, dann haben wir es. Das Beste. 30°C, Sonnenschein, gelegentlich schattenspendende Wolken und stets eine kühlende Küstenbrise. Also, wir haben aber auch ein Wetterchen!

Freunde,  Freunde, zu Beginn war die große Unbekannte – das Segeln. So ahnungslos wie ein Engländer vom Elfmeterpunkt habe ich den Flieger betreten. Und genauso dämlich habe ich mich am ersten Tag angestellt. Im Fachjargon nennt man das „Fische füttern“, was sich am ersten Segelnachmittag als meine sozial-wohltätige Hauptaufgabe herauskristallisiert hatte. Fische, Fische, habt Ihr es mir gedankt? (Immerhin habt Ihr Euch nicht beschwert, und nicht geschimpft ist gelobt genug. Gerne geschehen.)

Freunde, Freunde, mein Magen hat sich am zweiten Tag auf das Schwip-Schwap (nicht zu verwechseln mit einem in Imbissstuben erhältlichem Cola-Orange-Mixgetränk) bzw. Schunkeln (nicht zu verwechseln mit den bemüht-tolpatschigen Rhythmusübungen leicht angegarter bayrischer Mitbürger zur Wiesn-Zeit) unseres, für gut-bürgerliche Mittelfranken ungewohntes Fortbewegungsmittel eingestellt und weiteren caritativen Sozialdienst zum Wohle des karibischen Fischvolkes beendet.

Freunde, Freunde, mein Reisepass hat sich bislang erfreut an kreativ gestalteten, gleichzeitig eher seltener Stempel aus Fernost. Aber kommt mal hierher! Hier wird noch mit liebevoll gestalteten Kartoffelstempeln der Reisepass genüsslich vollgepflastert. Und das auf fast jeder Insel. Mein Reisepass hat sich nicht beschwert. Ebenfalls gerne geschehen.

Freunde, Freunde, ein Schiff gleitet elegant durch Capt. Jack Sparrow’s Gefilden (Bitte verzeiht mir den abrupten Querverweis auf die nach vier Filmen abgehalfterte Hollywoodlegende. Aber mei, der hat’s hier schon schön gehabt, der Jack.). Mein Captain ist jedenfalls der Franz. Und ich sage hier mal „Danke, Captain Franz“. Aus meiner Vorfreude ist Freude und aus meinen Leiden (Ihr erinnert Euch, mein erster Tag auf See) ist Leidenschaft geworden.

Es grüßt von hoher See
der Andreas.

Gastkommentar von Andreas Kuhn, Chateaubelair  Bay auf St. Vincent, 03.12.2013

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.