Empfang mit Feuerwerk in Weymouth

Samstag 28.7 & Sonntag 29.7

Nach anfänglich bestem Segelwind und 8 Knoten Rausche-Fahrt dreht der Wind auf SW und nimmt kräftig zu. Die Wellen werden höher und die Krängung stärker. Wir kreuzen mit gerefften Segeln und stellen nach Stunden fest, fast wieder am selben Ort zu sein. Motoren ist angesagt. Eine etwas nervige Angelegenheit gegen Wind, Welle und Strömung anzufahren.

Weymouth kommt nach Sonnenuntergang in Sicht. Kurz vor 23:00 Uhr stehen wir kurz vor der Hafeneinfahrt und werden mit einem riesigen Feuerwerk begrüßt. Extra für uns? Wäre wirklich nicht nötig gewesen. –  Den Hintergrund bilden grellbunte Kirmesleuchten und ein harter Soul Rock in beträchtlicher Lautstärke.

Wir laufen in den inneren, für uns recht engen Yachthafen ein und halten Ausschau nach einem Liegeplatz für die Nacht. Da ruft uns eine hübsche junge Dame vom Hafenbüro zu, dass ein Liegeplatz im Hafen pro Meter Schifflänge 10 engl. £ kostet, also für uns 140 £ (ca. 180 €). Vor Anker, außerhalb des Hafens 5 £ pro Meter. Wir müssten jedoch um 07:00 Uhr wieder verschwunden sein. Den Preis wollen wir nicht zahlen und fahren fluchst zum großen Außenhafen (Portland). Wir funken das Hafenbüro an und wollen einen Platz und dessen Preis in Erfahrung bringen. Funkstille, keine Antwort. Was machen wir jetzt mit der angebrochenen Nacht? Erst einmal richtig essen! Also ran ans kochen. Während Franz ein Spagettigericht mit Tiefkühlgemüse zaubert, kurvt Trinity langsam im riesigen Hafenbecken. Es dauert kaum 10 Minuten, schon ist die Hafenpolizei zur Stelle. Wir sollen sofort verschwinden! Der Hafen sei ohnehin voll. Unsere Ausfahrt verzögern wir etwas, um mit dem Kochen noch im ruhigen Hafenwasser fertig zu werden. Das dauert den Herren von der Polizei zu lange. Schließlich, so der Grund, startet am nächsten Morgen um 7:00 vor dem Hafen die Olympiade der Segler. Hätten wir ja wissen müssen. Diesmal müssen wir sofort mit zügigem Tempo und mit polizeilicher Eskorte den Hafen verlassen.

Trotzdem lassen wir es uns danach erst einmal gut schmecken. Was folgt, ist eine lange, sehr lange Nacht. Der nächste Hafen, Dartmouth, liegt 60 sm westlich. Der Wind, Welle und Tide sind gehen uns. Nach Stunden ist Weymouth immer noch in guter Sichtweite. Um 03:00 Uhr, beim Wachwechsel machen wir gerade einmal 0,9 bis 1,6 Knoten Fahrt über Grund. Trinity stampft. Schlafen fällt schwer. In der Bugkabine versucht Volkmar trotz des Aufschlagens in den Wellen Schlaf zu finden. In der Achterkabine dröhnt der Motor und die Welle „kratscht“ sorgenerregend. Der Plotter prognostiziert für Dartmouth unsere Ankunftszeit für Dienstag 03:00 Uhr nachts.

Nachdem die Wellen flacher werden, die Strömung es etwas besser mit uns meint, schaffen wir es schon am Sonntag um 15:00 Uhr in Dartmouth einzufahren. Eine zunächst landschaftlich sehr schöne Einfahrt in eine Flussmündung, später bildhübsche, farbenprächtige Häuser zu beiden Seiten. Alle paar hundert Meter eine Fluss-Fähre. Wir finden sehr bald einen Anlegeplatz am Steg, der jedoch keinen Landzugang hat. – Wir packen unser Mäuschen aus und genießen, nach dem insgesamt 34 Stunden-Törn, etwas müde die Sonntagsatmosphäre von Dartmouth.