Ein Wochenende im Hafen mit amtlichen Besuchern

Samstag 22.9, Sonntag 23.9

Der Samstag beginnt mit gutem Wetter. Wir nehmen uns Zeit zur Bootseinweisung und Proviantaufstockung. Nachmittags trübt es sich ein und die ersten Schauer ziehen auf. Nachts pfeift und regnet es heftig. Es lässt mich nicht ruhig schlafen. Um 01:00 Uhr hält es mich nicht mehr in der Koje. Ich gehe an Deck um unsere Festmacherleinen zu prüfen und sehe, wie sich gerade die Abdeckplane unseres Außenborders allein auf die Reise machen will. Der Wind, den ich mit 35 Knoten messe, hat sie losgerissen. Der Sonntag zeigt sich mit sehr schlechtem Wetter. Draußen auf dem offenen Meer weht es mit 6 – 7 Beaufort (33 Knoten bzw. 60 kmh). Die Wellen sind über 4 Meter hoch. Abwarten und Tee trinken. Am Nachmittag kommt zeitweise die Sonne durch. Wir nutzen die Zeit zum verstauen unseres Banana-Boots an der Reling. Plötzlich kommen drei uniformierte Männer an unser Schiff. Polizei? Nein! Gesundheitsamt? Nein, auch nicht. Auf der Uniform lese ich ADUANA. Könnte natürlich der Name sein. Während ich mit freundlichem Blick signalisiere, die Herren könnten gern an Bord kommen, schaut Johannes flugs im Wörterbuch nach. Es ist der Zoll! Wegen des ganzen Werkzeugs und Staukästen im Cockpit nimmt nur der Comandante der Patrouille Platz. Er fragt nach den Schiffspapieren. Ich reiche ihm Kopien unserer Eintragung im Schiffsregister. Originale verlangt er nicht. Er fragt alle Schiffs-, Reise- und Personen Daten ab und trägt sie in ein umfangreiches Formular ein. Ein freundlicher Mensch, der unter Mithilfe seiner Kollegen alle Verständigungshürden überwindet. Das war es auch schon. Kein Blick unter Deck, keine Fragen nach Zollpflichtigen Waren oder gar Waffen. Alles sehr harmonisch. „Gute Reise und Tschüs“, entnehmen wir den netten spanischen Abschiedsworten.

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