Die Überfahrt von Neuseeland nach Fiji

Opua-Marina Bay of Island

Angekommen in Opua lagen wir für drei Tage an einer Mooring, die zu der Marina gehörte. Neben uns lagen viele Yachtis aus allen möglichen Ländern, so auch einige Deutsche. Um frisches Wasser zu tanken und auch diverse andere Dinge besser erledigen zu können, machten wir in der Marina am Steg fest. Trinity’s Freundin Dörtita lag auch in der Marina und so hatten wir auch wieder mit Heiner und Ede viel Spaß, besonders beim Doppelkopf spielen. Zum Einkaufen fuhren wir nach Pahia. Aus einer Telefonzelle in Pahia riefen wir Dorle und Jürgen an. Wir kannten die Zwei noch nicht. Von unseren Freunden Brita und Klaus aus Steinhude bekamen wir ihre Adresse. Dorle und Jürgen sind vor 20 Jahren schon nach Neuseeland ausgewandert. Leben dort glücklich und zufrieden mit ihrer Hündin Lucy auf einem traumhaft schönen und großen Grundstück in der Nähe von Kirikiri. Nach einem netten und herzlichen Telefonat luden sie uns gleich ein. Da wir kein Auto zur Verfügung hatten, besuchten sie uns in der Marina. Es war eine sehr herzliche Begrüßung. Sie brachten uns frische Rote Beete aus ihrem Garten und selbsteingemachte leckere Sachen mit. Lucy verliebte sich gleich in Rainer und sprang nach kurzem Zögern ihrem Frauchen ins Cockpit hinterher. Es war ein sehr schöner Nachmittag mit zwei wunderbaren Menschen und einer ganz zauberhaften Lucy. 🙂

Die Krönung des Tages war eine Einladung zu einem Jazz-BigBand-Konzert, das Rainer zum Geburtstag von Dorle und Jürgen bekam.

Am 05.05., saßen wir mit Heiner und Ede bei Kaffee und Kuchen auf der Trinity und tranken auf Rainer’s Wohl einen guten Schluck ;-). Nach dem Kaffeetrinken holten uns Dorle, Lucy und Jürgen ab und wir fuhren nach Kirikiri zum Konzert. Vor dem Konzert tranken wir einen guten neuseeländischen Wein und dabei erzählten Dorle und Jürgen von ihren Aktivitäten bei einer Organisation, die musikalische Events organisieren.  Das Konzert war super !!! Wir waren begeistert. Anschließend fuhren wir mit in das tolle zu Hause der drei Lieben und saßen noch bis in die frühen Morgenstunden gemütlich beisammen. Wir hatten viel Spaß, führten sehr  interessante Gespräche und wurden mit köslichem Wein und Leckereien von den Beiden verwöhnt . 🙂 🙂

Die Übernachtung auf dem wunderschönen Anwesen hat uns außerordentlich gut gefallen . Dieser 65.Geburtstag wird Rainer sehr positiv in Erinnerung bleiben. Wieder ein unvergessener 05.05. (nach 2015 am 05.05. Panama-Kanal-Durchfahrt und 2016 am 05.05. Ankunft in Nuku Hiva).  J    Zusammen verbrachten wir einen sehr schönen Samstag. Sie zeigten uns wunderschöne Buchten, wir waren in Kirikiri noch einkaufen und in einem schönen Cafe. Es war ein unvergesslicher Tag, vielen, vielen Dank an euch Drei !!! Schön, immer wieder außergewöhnliche Menschen, wie die beiden Auswanderer Dorle und Jürgen kennenzulernen. 🙂 🙂 🙂

Überfahrt von Opua nach Fiji

Es galt das richtige Wetterfenster für die Überfahrt nach Fiji zu treffen. Das Wetter wurde von uns mit Hilfe der verschiedenen Wetter-Apps beobachtet und bewertet. Uns, das heißt unser Segelfreund Heiner mit seinem Mitsegler Ede auf der „Dörtita“ und wir. Über Neukaledonien tobte noch der Cyclon „Donna“. Und Neukaledonien war der Kurs der Dörtita. Bei dem Zyclon „Cook“, der vor „Donna“ tobte, hat es schon unsere Segler-Freunde Hanne und Kalli mit ihrer “Sibermöve“erwischt. Sie sind bei dem Zyclon durchgekentert. Aber zum Glück ging dann doch noch alles ganz gut aus. Auch wenn sie ohne Mast und mit materiellen Schäden in Neukaledonien angekommen sind. Ihren Geburtstag feiern die Beiden jetzt zweimal.

Zyclon „Donna“ hatte sich schon beruhigt, aber die Ausläufer zogen nun auf NZL zu und es galt diese erst einmal abzuwarten. Nun bildete sich über Fiji ein Wirbelsurm „Ella“. An den Anfangsbuchstaben kann man erkennen, dass es der 5. Zyclon in diesem Jahr in der Region war. Niemand konnte vorhersagen, wie er sich entwickelt und wohin er weiter zieht. Das Wetter und die Stürme waren das bestimmende Thema unter den Yachtis. Mehrmals verschoben wir unseren Start, am 13.05. war es soweit. Eine Karavane von mehreren Schiffen verließ die Marina . Manche Richtung Tonga, einige nach Neukaledonien oder so wie unser Kurs, nach Fiji.

Wir segelten erst hoch am Wind, das Schiff kränkte und das Segeln war nicht schön. Die See war sehr rollig, uns mussten auch erst wieder die „Seebeine“wachsen ;-). Rainer ging es nicht so gut, er wurde seekrank, mit dem vollen Programm;-). Das kannte ich gar nicht so extrem von meinem Skipper und wir segeln schon fast 20 Jahre zusammen. Nach dem er die Fische gefüttert hatte wurde es auch besser. So richtig spaßig war es noch nicht bei dieser kappeligen See.

Nach ein paar Tagen drehte der Wind auf achterlich, so dass wir mit ausgebaumter Genua 3 Tage hervorragende Segelbedingungen hatten. Wie angekündigt drehte der Wind wieder und wir bekamen  ihn auf die Nase. Nach 2 Tagen meinte er sich wieder drehen zu müssen und pustetet achterlich. Vor uns lag ein Tiefdruckgebiet, von dem wir hofften, dass wir schnell genug sein würden und es hinter uns durchzieht. Leider hat das nicht geklappt. An dem bekannten Ankerplatz mitten im Pazifik, dem Minerva-Riff, waren wir schon vorbei. Ansonsten ist dieses Riff eine gute Möglichkeit mal eine Schlechtwetterfront abzuwarten.

Es begann wieder zu regnen, die Windrichtung änderte sich und es brieste auf 30 Knoten Wind auf. Wir waren noch guter Laune, obwohl an Schlaf nun nicht mehr zu denken war. Der Wind wurde stärker und die Wellen höher, die Anzahl der Brecher, die über unsere Trinity schlugen, nahmen zu . Das abgerufene Wetter zeigte zwar das Tief mit Wind bis 35 Knoten, aber sonst nichts besorgniserregendes. Der Wind ließ nicht nach sondern frischte auf gute 40 Knoten, in Böen auf 48 Knoten auf. Die Wellen waren so 5-6 m hoch, es goss zeitweise in Strömen, die Windrichtung wechselte , Windstärke 9 und keine Besserung in Sicht. Rainer versuchte die Trinity von den Riffen weit genug entfernt zu halten, so dass wir zeitweise im anderen Winkel in die entgegengesetzte Richtung fuhren. Gut, dass die Trinity solch ein stabiles Schiff ist!!!  Wir hatten immer nur die Befürchtung, dass etwas kaputt geht, bricht oder reißt. Die Genua hatten wir rechtzeitig eingeholt und das Groß stand gerefft.                                                                      An kochen war nicht zu denken. Rainer saß pitsche-patsche nass in der Pflicht und harte der Dinge, tapfer und zuversichtlich. Ich dagegen wusste nicht wohin unter Deck. In unserer Koje konnte ich das dröhnende Knallen der Wellen an die Steuerbordwand nicht mehr ertragen. Ich hatte wirklich eine „bange Büchs“, so sagt man auf Plattdeutsch, also Schiss ;-). Kurz dachte ich daran mal ein Foto zu machen, aber die Wellen schossen so hartnäckig ins Cockpit und ich hatte Angst um die Kamera, außerdem war außer einer riesigen grauen, sich auf und ab bewegenden Wand nichts zu sehen. Es war grausig. Was bin ich froh, dass unsere Luken dicht sind. Bei den Wassermassen, die über das Deck spülten. Unsere Alu-Schöne  und  ihr Skipper haben das prima gemeistert. Ich habe dann auch nichts mehr gesagt, als so der ein und andere blauer Fleck und Bluterguss seine farbliche Pracht an meinem Körper zeigte ;-).

Endlich nach 3 Tagen, am 11.Tag nach dem Start, liefen wir mit 38 Knoten Wind durch die enge Hafeneinfahrt nach Suva glücklich ein. Selbst noch 500 m vor Suva konnten wir kein Land sehen, so hoch stand die Wellenwand. Als wir die Ankerbucht erreichten war es schon dunkel. Das AIS zeigte uns einige Schiffe an und der Plotter machte uns auf einige Wracks  aufmerksam. Mit der Taschenlampe lotste ich Rainer, der konzentriert auf die Tiefe achten musste, durch dieses chaotische Ankerfeld und endlich viel unser Parkeisen.  Das erste Bier seit Tagen gluckste nur so durch Rainers Kehle. Dieses Gefühl der Erleichterung ist unbeschreiblich.

Am nächsten Morgen wachten wir bei strahlendem Sonnenschein und spiegelglatter See auf, kaum zu glauben!!!  Nun kam die Bestandsaufnahme der Schäden: eine Lazyjack -Leine war weg, die Steuerbordschot der Genua und  eine Leine vom Bullenständer haben stark gelitten, heißt gut durchgescheuert und müssen gewechselt werden,  unser Badspiegel ist zerbrochen und die Zweifarbenlaterne hing daneben.  Andere Schiffe, die mit uns eingelaufen waren, hat es schlimmer getroffen, bei zwei Schiffen ist die Persenning  weg, die Genua  gerissen, eine Relingsstütze raus gerissen und verbogen usw., aber zum Glück keinen Personenschaden.

Suva, Hauptstadt Fiji’s

Unsere Ankunft haben wir über Funk im Suva-Jachtclub angemeldet. Nach einigen Stunden Wartezeit kamen dann auch die Behörden an Bord und wir erledigten die Einklarierungsformalitäten. Ausgesprochen nett und freundlich und da kurz vor 16:30 Uhr, Feierabendzeit, auch recht zügig, ohne viel Wirbel ,im Gegensatz zu NZL ;-), waren die drei Herren und zwei Damen wieder von Bord.

Eigentlich wollten wir ja zur Insel Ovalau und in Levuka einklarieren. Bedingt durch das „extrem schöne Wetter“ haben wir uns für den ersten Ort auf Fiji zum Einklarieren entschieden und das ist Suva. Die kleine Insel Ovalau liegt noch ca. 60 sm weiter nord-östlich. Da erspart sich jede Erklärung .

Vor dem Yachtclub konnten wir das Dinghi gut parken und bis zum Stadtzentrum waren es nur 8 min. mit dem Taxi für 4 Fiji$. Wir nutzten WLAN, kauften ein und gingen auf die Suche nach einem neuen Spiegel. Dieses Unterfangen gestaltete sich sehr interessant. Die Menschen begeisterten uns mit ihrer Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Aber Spiegel, so wie wir ihn brauchten, Fehlanzeige. Nun ja, wie heißt es so schön:“ warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah ;-)“. In der Nähe des Yachtclubs, also für uns fußläufig, haben wir unsere Gasflaschen auffüllen lassen. Gleich um die Ecke ist eine Firma, die Spiegel herstellt und exportiert. Der Name: „Glass & Mirror“ der in großen Lettern vom Gebäude „schreit“, war eigentlich nicht zu übersehen. Rainer hatte die Maße und 30 min später hatten wir unseren Spiegel, suuuper, eigens für uns angefertigt und nach Wunsch geschliffen, perfekt. Ein sehr freundlicher junger Mann, mit dem wir uns nett unterhalten haben, hat uns eine große Freude gemacht, die uns inklusive Trinkgeld, 18 Euro gekostet hat.

Suva hat einen großen Hafen, viele Läden, mit emsigen Geschäftsleuten, chinesischer und indischer Abstammung, einige Kirchen, ein Museum, Hotels und einen imposanten Obst-und Gemüsemarkt, in dem sich im Obergeschoss ein mega Markt mit Gewürzen befindet. Leider hatte ich keine Kamera dabei.:-(

Mit einem leckeren Tunfischsteak im Yachtclub-Restaurant verabschiedeten wir uns von Suva. Das nächste Ziel heißt Vuda-Marina, zwischen Nadi und Lautoka, dort in der Nähe liegt auch der Airport, wo wir Elsmarie und Robert am 11.06. begrüßen wollen. 🙂

Unser Zeitplan ermöglichte uns eine entspannte Woche, in der wir jeden Abend einen sehr schönen Ankerplatz für uns ganz allein genutzt haben.  Wir segelten gen Osten, dann nördlich weiter um Fiji rum, bis wir auf der westlichen Seite von Viti Levu angekommen sind.

Die Einfahrt in die Vuda-Marina passierten wir bei Ebbe problemlos.

Eine sehr hübsche und moderne Marina mit einem sehr schönen Restaurant.  Die Trinity wurde geputzt, Wäsche gewaschen und Rainer nutzte das Angebot im Marina-Shop um eine neue Spitze für unseren Bootshaken und eine neue Schot für die Genua zu kaufen.   Wir bereiteten uns auf unseren Besuch vor und rucki zucki war es Sonntag, der 11.06. und wir fuhren mit einem netten Fahrer, Abdullah,  nach Nadi zum Aerport. Abdullah wurde für die nächsten anstehenden Fahrten unser Privat-Taxifahrer  ;-).

Es war eine riesen große Freude die beiden Hillekes in Empfang zu nehmen. Nach einer herzlichen Begrüßung haben wir uns auch schon wieder verabschiedet, allerdings nur bis zum nächsten Tag. Sie hatten sich ein Hotelzimmer gebucht und wollten erstmal für eine Nacht ausruhen bevor sie auf die Trinity kamen.

Hier folgt der Reisebericht von Elsmarie. 🙂

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