Die Anreise oder „eine Mettwurst auf Reisen“

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Nach einer dreitägigen Eingewöhnungsphase an das karibische Klima in St. Lucia ging es nun mit der Fähre auf nach Dominica, wo Rainer und Franz uns bereits erwarteten (bzw. das Schiff nach Wochen des Strohwitwer-Männer-WG-Daseins für den angekündigten Besuch wieder blitzeblank polierten) – mit im Gepäck: Gute Laune, Vorfreude und eine deutsche Mettwurst für unsere Wahl-Kariben.
Die Fährfahrt war schon mal eine gute Seetauglichkeitsprüfung und nach 4,5 Stunden Fahrt sahen wir vor uns die malerische Bergszenerie der Insel Dominica. Franz erwartete uns bereits am Pier und als wir uns in die Arme schlossen, wurden wir vom Zollbeamten getrennt und ermahnt, erst die Pass- und Zollkontrolle zu passieren. Die Einreisedokumente-Arie war uns bereits aus St. Lucia bekannt, aber dass die Mettwurst am Zoll zu deklarieren war und wir begründen mussten, warum wir diese mit uns führen, war uns neu. Eigentlich ist der herrliche Geschmack einer guten deutschen Mettwurst ja schon Grund genug, diese mit auf Reisen zu nehmen, aber dem strengen Blick der Zollbeamtin konnten wir entnehmen, dass dieser Grund alleine sie nicht im geringsten überzeugen würde. Dass wir die Wurst Michis Papa als Geschenk mitbringen wollten, hat zwar ihre Miene kein Stück aufgehellt, sorgte aber immerhin für ein Nicken ihrerseits und so konnten wir endlich passieren.
Gerade auf dem Boot angekommen – ab geht’s aufs Land
Nach einem Begrüßungssekt, einem leckeren ‚Rootie‘ zum Abendessen und einer gewöhnungsbedürftig schunkelnden Nacht unter freiem Himmel (die Fahrt auf der Fähre hatte unseren Mägen wohl doch nicht so gut getan, wie erst angenommen) ging es am nächsten Tag gemeinsam mit unseren Guide „Bobby Brown“ auf große Erkundungstour zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Dominicas. Hier konnten wir noch viel von Rainer und Franz lernen – z. B. wie man sich große Touristenmengen vom Leib hält, aber dazu später mehr…
Wir begannen unsere Tour auf einem Berg, der uns einen tollen Überblick über die Hauptstadt Roseau und den Hafen ermöglichte. Anschließend ging es zum Freshwater Lake und zu einer Höhle namens „Titou Gorge“, in die man hineinschwimmen konnte, um an dessen Ende einen Wasserfall zu besichtigen – dieses kleine Abenteuer ließen wir uns natürlich nicht entgehen. Dann kamen wir zu einer Farm, auf der wir leckere frische Grapefruits, Kokosnüsse und Zuckerrohr probieren konnten. Nach einer geballten Ladung Vitamine folgte eine ebenso beachtliche „Ladung“ an Rum in Form eines Rum Punsches. Gut gestärkt ging es dann weiter zu den Trafalgar Falls, wo uns erneut die Möglichkeit geboten wurde, in warmen Quellen schwimmen zu gehen. Und hier auch gleich der erste Trick von Rainer, mit dem man sich lästige Touristengruppen vom Leib hält: Einfach überall so schwimmen, wie Gott einen schuf ;-). Da die Trafalgar Falls sehr gut besucht waren, bediente sich Franz gleich eines weiteren Tricks – er kaufte einem Einheimischen eine handgemachte Blockflöte ab und übte fleißig den ganzen Rückweg über. Wir folgten ihm wie die Ratten von Hameln bis zu unserem Van und kehrten anschließend erst einmal in einem kleinen Lokal ein, um etwas zu essen (und auch ein kleines bisschen, um Franz von seinem Blockflöten-Selbststudium abzuhalten ;-). Unsere letzte Destination waren die heißen Quellen am „ Wotten Waven“. Diese boten aufgrund ihres Schwefelgeruchs noch einmal jedem die Möglichkeit, sich heimlich unangenehmer Gase zu entledigen, bevor es zurück aufs Schiff geht.
Und so endete unser Tourtag voller Sehenswürdigkeiten, leckerer Früchte, netter Menschen, aber diesmal ohne Mettwurst. Und nun heißt es „Bye bye Dominica – Bienvenue Les Saintes!“

Katrin & Michael

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