Der Panamakanal, nun doch schon 2015 ;-)

17.03.2015, wir kamen gerade von unserem Kolumbien-Trip nach Colon zurück  und wurden noch am Tor des Fähranlegers vom Skipper der Betty Boop begrüßt; „Wir haben morgen Termin für die Kanaldurchfahrt und haben noch keine Linehandler“. So entschlossen wir uns kurzfristig als Linehandler mitzufahren. 🙂 Eine herrliche Erfahrung schon mal den Kanal zu erleben und sehen wie alles so funktioniert, bevor man selbst dran ist. Also, wir vier plus unsere großen Rucksäcke, auf zur “ Betty Boop“. Und so erlebten wir in den folgenden Tagen unsere erste Kanalpassage. 🙂

Kanal01

Abends, am 20.03. kamen wir spät in Porto Lindo geschafft und müde an. Als wir aus dem Bus stiegen, kamen unsere Schweizer Segelfreunde Jrmina und Erwin strahlend auf uns zu. Große Freude, aber hoffentlich brauchen die Beiden nicht auch gleich morgen Linehandler ;-), aber nein, erst ein paar Tage später, wie schön !!!

Der Steg zu unseren Schiffen war immer noch nicht fertig, die Marina ist noch im Aufbau und so mussten wir noch mit einem kleinen Floß übersetzen. Eine entspannte Nacht im eigenen Bett und nicht auf einer Luftmatratze, wie im Cockpit der Betty Boop oder auf dem Fußboden der Fähre, erwartete uns. Das Pogramm für den nächsten Tag war sehr übersichtlich: lange schlafen und die gefüllten Gasflaschen abholen. Am darauffolgenden Tag segelten wir die 20 Meilen nach Portobelo. Von dort ging es zur Shelter Bay-Marina, habe gleich nach dem Anlegen den Schwimmigpool und die anderen Annehmlichkeiten genossen. Ab dem nächsten Tag hieß es: viel Arbeit bei großer Hitze, Trinity den Bauch von der alten Farbe befreien und Antifouling streichen. Eine nette Dame im Office der Marina hat uns per Telefon in Colon die Farbe reserviert, wir also hin, Trilux kaufen, Trinity raus aus dem Wasser, alte Farbe anschleifen, neues Antifouling streichen, Lackblasen ausbessern lassen, Propeller neu einstellen, bei der Hitze nicht immer sehr lustig, aber wat möd, dat möd. 😉

Shelter Bay01 Shelter Bay03

Nach verrichteter Arbeit wollten wir auch fix unser Schiff wieder im Wasser schwimmen sehen. Aber…was war passiert, wir konnten nicht rückwärts aus dem Becken herausfahren. Was sollten wir machen, das Schiff an einen Steg ziehen oder wieder raus aufs Land mit dem Trevelerlift ? Die Entscheidung fiel, als der Dockmaster die Lackkratzer, die der Trevelerlift am Heck verursacht hatte, an Land ausbessern lassen wollte. So hatte ich Gelegenheit die Einstellung des Propellers zu korrigieren. Die Ausbesserungsarbeiten wurden super ausgeführt und so ging es einen Tag später endlich ins Wasser. 🙂 🙂

Ute half bei unseren Schweitzer Segelfreunden auf der Red Harlekin noch mal als Linehandlerin und durchfuhr den Kanal nun zum zweiten Mal.

Am Karfreitag, 03.04. haben wir die Shelter Bay- (Pay-) Marina verlassen und sind wieder nach Portobelo gesegelt, mit gebrochener Lichtmaschinenhalterung, aber dafür als glückliche Großeltern. Unsere Schwiegertochter Tanja und unser Sohn Martin haben eine kleine Tochter bekommen, eine süße Maja. 🙂 Was für eine große Freude !!!

Endlich mal ein Tag ohne Termin und Arbeit 😉 und so genossen wir das lange Ausschlafen und das Relaxen. Nachmittags trafen wir Martin, einen Mechaniker aus Österreich, der sich unser Problem ansah und Hilfe versprach. Ostersonntag gab es frisch gebackenen Oster-Hefezopf und dazu luden wir Jürg und Marie vom Nachbarboot ein. Jürg brachte noch eine Flasche Sekt und lecker Schokoeier mit, es war zufällig sein Geburtstag, und so wurde es ein vergnüglicher Ostersonntag.

Nach der offiziellen Vermessung des Schiffes durch einen Mitarbeiter der Kanalbehörde und dem entsprechenden Papierkram ging es mit dem Bus noch nach Colon. Die Kanaldurchfahrtsgebühren mussten bar bezahlt werden (etwa 1000,-$ Durchfahrt +800,-$ Kaution). Wir hatten uns entschieden die Durchfahrt ohne einen Agenten selbst zu organisieren. Anschließend haben wir noch unsere erste Einkaufsliste abgearbeitet und ich schreibe mal wie die Fahrt zum Einkaufen im „Rey“ Supermarkt in Colon so abläuft:

In Portobelo in einem altersschwachen Bus einsteigen, der von scheinbar schwerhörigen Fahrern gesteuert wird, denn die Musik die man hören muss, ist alles andere aber nicht leise, dazu läuft auf einem übergroßen Bildschirm, angebracht über dem Busfahrer ein Video. Die Straße, eine holprige Wegstrecke über 1,5 Std. und wenn man Glück hat bekommt man sogar einen Sitzplatz bis zum Plaza Quatro Alto. Das Einkaufen im Supermarkt läuft ganz geschmeidig, halt nach amerikanischem Stil. Ein Vergnügen der besonderen Art ist wiederum die Rückfahrt mit dem altersschwachen aber in bunten Farben bemalten Bus. Nach 16:00 Uhr gibt es keinen Sitzplatz mehr und es wird sehhhhhhr eng mit den Einkaufstaschen. Also 1,5 Std. stehen und wieder lautstarke Techno-Musik aus dem Buslautsprecher. Schön ist es aber zu erleben, wie freundlich die Menschen hier sind. Sie nehmen schon mal unsere Einkaufstaschen auf den Schoß und weisen darauf hin, wenn ein Platz frei wird. Froh sind wir immer, heil wieder in Portobelo angekommen zu sein und auf seinem eigenen Schiff ein Bier in aller Ruhe genießen zu können. Aber wie heißt es so schön: Wir haben es nicht anders gewollt.

Am16.04. lagen wir vor Acuadup in den San Blas und warteten auf Carolin und Lars Gunnar. Gerüchte machen die Runde, dass es Streit zwischen den Kunas und den Taxifahrern aus Panama gibt. Das Problem ist, den Kunas gehört die Straße und die anderen haben die Genehmigung Leute zu transportieren. Aber zum Glück war das nur ein Gerücht und von Streik war keine Spur. So konnte Ute sorglos nach Panama City fahren und die Beiden vom Flughafen abholen. Da die Straße aber ab 17:00 Uhr gesperrt wird, kam eine Rückfahrt am selben Tag nicht in Frage. So blieben die Drei eine Nacht im Hotel in PC und kamen am nächsten Tag alle voll bepackt, sogar eine Stunde eher als geplant vor Acuadup an.

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Bei den Kunas auf Acuadup versorgten wir uns noch mit Brot, die weiteren San Blas Stationen waren jetzt: West Limon Cays, Green Island, Swimming Pool und die Chichme Cays. Es waren super schöne Tage dort, ausgefüllt mit schwimmen, schnorcheln, erholen, mit anderen Seglern schnacken, Sundowner trinken… 🙂

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Der 27.04. wurde zum Abschiedstag von den San Blas und unsere Urlaubercrew war besonders traurig. Wir nahmen Kurs auf Porto Lindo und weiter nach Portobelo.

Jetzt konnten wir unsere Vorräte mal wieder aufstocken. Mit 4 Personen steigt der Verbrauch doch schon merklich. Aber es war sehr lustig und interessant und wir haben eine Menge Spass beim Mexican-Train spielen gehabt.

Leider hat es in Portobelo schon mal geregnet (die Regenzeit beginnt auch ab Mai) und so lichteten wir den Anker und waren froh wieder zur Shelter Bay segeln zu können. Das Ganze hat einen Tag länger gedauert, da wir unser Groß-Segel noch zur Reparatur geben mussten. In der Shelter Bay stand nun Einkaufen, Wäsche waschen, Essen vorbereiten für die 6-köpfige Crew und die Organisation der Kanalpassage an. Die Kinder genossen den Pool und so verging die Zeit wie im Fluge.

Montag ,04.05.2015, unser Termin war 15:00 Uhr in den Flats, um auf den Advisor zu warten. Er kam „püntklich“ kurz vor 18:00 Uhr, wies uns erst einmal umfangreich ein und dann ging es los zur ersten Schleuse, der Gatun Schleuse. Diese Schleuse besteht aus 3 hintereinander liegenden Kammern. Wir hatten an einem Katamaran festgemacht mit dem wir gemeinsam im Päckchen durch die Schleuse fuhren. Da es schnell dunkel wurde, die Schleuse aber gut beleuchtet ist, war es ein eindrucksvolles Erlebnis. Unser Advisor Carlos, ein sehr netter und lustiger, aber auch aufmerksamer Mann, konnte viel über die Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Panamakanals berichten und somit wurde es besonders interessant. Lars Gunnar und unser angeheuerter Linhandler Yair hatten in der Schleuse gut zu tun und haben einen super Job gemacht. Im Gatun See übernachteten wir an einer Boje. Todesmutig haben wir nach der ersten aufregenden Kanaletappe noch im See gebadet, obwohl es dort Krokodile gibt.

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Um 07:00 Uhr am nächsten Morgen, mein 63. Geburtstag-unvergessen-, kam der nächste Advisor, Robin, an Bord und los ging es mit über 6 kn durch en Gatun-See, ein Naturschutzgebiet, in Richtung Pacifik. In der Zwischenzeit musste die Mannschaft (4 Linehändler, Advisor und Skipper) mit viel Getränken, Essen und Knabbereien versorgt und bei Laune gehalten werden.

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Gegen 12:30 Uhr hatten wir die nächste zum Pazifik führende Schleuse, die Petro Miguel-Schleuse, erreicht. Diesmal machten wir an einem Ausflugsdampfer fest. Die letzte, die Miraflores-Schleuse, die aus 2 Kammern bestand, durchfuhren wir im Päckchen mit einem anderen Segelboot. Gegen 14:00 Uhr am 05.05.2015 hatten wir den Pacifik erreicht und unser Advisor wurde von einem Lotsenboot abgeholt. Die Leinen und zusätzlich geliehene Fender gaben wir im Balboa Yachtclub ab und fuhren weiter nach La Playita. Dort ankerten wir, tranken ein Glas Sekt auf den Pacifik und feierten mit Carolin und Lars Gunnar noch meinen Geburtstag.

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