Der Absprung über die Biskaya

Sonntag 5.8. Der Start gelingt pünktlich um acht. In der Schleusentordurchfahrt können wir noch Wasser und Diesel tanken. Zu unserer Überraschung kostet der Diesel nur ein Pfund pro Liter. Dahinter steckt eine Kalkulation, die sich nach der Verwendung des Diesels richtet. 40% sind für das Heizen (STEUERFREI) und 60% für den Motor. Wir tanken 250 Liter und füllen unseren Tank nach 180 Motorstunden ab Helgoland, unserer letzten Tankstation, wieder kräftig auf. Nach dem Tanken muss der Skipper dem Hafenmeister in einem Formular die Diesel-Verwendung bestätigen. Bei schwachem Wind um 10 Konten aus West setzen wir Segel und versuchen unser Glück. Es dauert nicht lange bis der Wind zu schwach wird und wir den Motor zur Hilfe nehmen. Erst nach Stunden können wir wieder Segeln. Der leichte Raumschots-Wind nimmt etwas zu. Damit wir mehr Fahrt ins Schiff bekommen, setzen wir erstmals den Spi-Baum zum Ausbaumen der Genua (ca. 50qm). Das verhilft uns zu fünf Knoten Fahrt über Grund. Der Nachmittag vergeht und allmählich, kaum merklich, nimmt der Wind langsam aber stetig zu. Um sieben Uhr, bei bis zu 25 Konten scheinbarem Wind plus Fahrt mit sieben bis acht Konten wird es plötzlich höchste Zeit die Segelfläche zu reduzieren. Leicht gesagt, nur schwer zu schaffen. Wir wollen erst einmal die Fock einholen. Das wird zur Quälerei, weil sich das Vorsegel erst einmal ums Kutterstag legt und klemmt. Geschafft! Jetzt noch den Spi-Baum wegpacken. Das machen wir gut gesichert mit Rettungsweste und stets eingehakter Sicherungsleine. Dann kommt das mit einem Bullenstander gesicherte Großsegel an die Reihe. Wieder ein neues Problem. Das Bändsel von Reizverschluss des Segelkleides hat sich in dem Block an der Baumnock der Großschot gelegt und behindert das Dichtholen des Großsegels. Wir ziehen die Leinen zwischen dem Block an der Traveller-Schiene und dem an der Baumnock einzeln. Mit etwas List und Tücke haben wir nach einer Weile Reff drei und eine stark eingerollte Fock gesetzt. Pause! Ein kräftiges Abendessen und die Nacht kann kommen. Wir steuern bis es dunkel wird von Hand, weil der Strom knapp geworden ist. Unser Plotter beschwert sich stets als erster und meldet „Spannung unter 11,3 Volt“. Wir lassen den Motor zwei Stunden im Leerlauf mitlaufen und holen uns den „Saft“ für die Nacht. Der Abend und die Nacht bis 03:00 Uhr verlaufen in einer rauschenden Fahrt mit über 8 und über lange Zeit mit über 9 Knoten über Grund.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.