Crash im Hafen

Bugkorbschaden Rainer EntspannungsuebungSamstag 02.02.2012

Wir wollen das Wochenende in der Rodney Bay Marina bleiben, um am Montag den Status unserer Paketsendung zu klären. Weil der Platz am Steg nicht gerade billig ist, beschließen wir die Trinity ins preiswertere benachbarte Bojenfeld zu verholen. Zunächst läuft das Manöver planmäßig. Wir kommen gut vom Steg frei und ich (Franz) fahre das Schiff allein aus der Boxengasse heraus während Rainer mit dem Dinghi zu Boje vorausfährt um die Festmacherleine anzunehmen. Da sehe ich, dass auf dem Vorschiff unsere Festmacherleine mit beiden Enden fest ist. So kann das Manöver an der Boje nicht klappen, denke ich. Trinity läuft schön geradeaus und ich verlasse für einen Augenblick das Steuer und mache die Vorleine für die Boje klar. Das war keine gute Idee und dauerte einen Augenblick zu lang. Der kräftige Wind brachte das Schiff schnell vom Kurs ab und direkt in Richtung einer anderen am Steg liegende Yacht. Blitzschnell springe ich wieder ans Ruder und versuche mit voll Rückwärts und Ruderkorrektur das Schiff wieder in die richtige Richtung zu bringen. Zu spät! Gute sechzehn Tonnen sind bei kräftigem Rückenwind nicht aufzustoppen. Es kracht! Unser Anker schiebt den Bugkorb der Yacht „Sea Gypsy“ zusammen und demoliert auch noch den Decksbereich. Der Schrecken sitzt tief und der Ärger über meine Dummheit das Ruder überhaupt zu verlassen noch tiefer.

Nachdem wir schließlich Trinity an der Boje festhaben, fahren wir zur demolierten „Sea Gypsy“ um eine Weg zu finden, den Schaden zu regulieren. Der Engländer und seine Frau sind trotz des Ärgers, den ich ihnen und uns eingebrockt habe, sehr gelassen. Wir tauschen die Adressen aus und versprechen, so lange zu bleiben, bis alles wieder in Ordnung gebracht ist.

Es ist Samstagmittag. Jetzt läuft nichts mehr außer das wir Schadensberichte an unsere Haftpflichtversicherung und für die Hafenbehörde schreiben. Danach dauert es eine Woche, bis alles erledigt ist. Der Skipper der „Sea Gypsy“, Stuart und ich machen uns jeden morgen ab neun gemeinsam an die Arbeit und organisieren das erforderliche Material und einen Schweißer, der die Edelstahlrohre für die Bugkorbreparatur anfertigt. Stuart und seine nette Frau lernen wir in dieser Woche näher kennen und schätzen. Wir verstehen uns sehr gut und so hat auch die Sache eine gute Seite. Am Ende ist die ganze Angelegenheit mit Zeit und weniger als 500€ wieder in Ordnung gebracht.

Erleichtert verlassen wir am Samstag in aller Frühe die Rodney Bay und kehren nach Martinique zurück.

Erneut liegen wir danach wieder in Grand Anse und feiern ein Wiedersehen mit Kurt und Brigitte von der „ELENA“, die wir auf Lanzarote kennen gelernt haben. Die Zeit mit den Beiden und Norbert von der „PAMELA“ ist einfach toll. Es sind schöne Tage, die wir mit Schwimmen, Erfahrungsaustausch beim gemeinsamen Essen, herrlichen Sonnenuntergängen und einige Rumpunsche zum Tagesabschluss verbringen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.