7.11.- 11.11.12 Gran Canaria, Maspalomas, Marina Pasito Blanco bis Teneriffa, Las Galletetas, Marina del Sur

Abends am 7.11. kam ich, Grete, nach zweistündiger Flugverspätung aufgrund eines technischen Defekts aus dem regnerisch-kalten Norden Deutschlands an Bord der Trinity. Rainer und Franz empfingen mich sehr herzlich,ich bezog meine gemütliche Koje und dann gabs erstmal ein Begrüßungsbier. Den extra für mich kaltgestellten Sekt sparen wir vorerst auf für die zu erwartenden wichtigeren Ereignisse wie den Landfall nach längerer Zeit auf See;-). Jetzt fängt er also an: mein mit sechs Wochen bislang längster Segeltörn. Ich bin unheimlich gespannt, aber nicht angespannt. Vieles ist für mich neu: das Schiff, das Segeln mit den beiden „Jungs“, tagelang durchgehend auf See sein, das Revier sowieso. Aber segeln kann ich einigermaßen, das Bordleben mit allen Facetten habe ich in den neun Jahren auf der (meiner) „MAX“ ausgiebig kennen gelernt, und mit ungewohnten Situationen klarzukommen traue ich mir auch zu.

Am 8.11. haben Franz und ich erstmal ordentlich Vorräte eingekauft; der Taxifahrer vor dem Lidl in Maspalomas hat sich erstmal vergewissert, dass wir nicht nur um die Ecke wohnen, bevor er den Kombi randvoll geladen hat 🙂 Rainer hat derweil eifrig gewerkelt, und er tut es auch während ich hier schreibe: es gibt eben immer was zu tun an Bord und erst recht vor einem solch langen Törn. Vorhin hat sich leider gezeigt, dass auch ein noch so perfekter Stauplan seine Grenzen hat: Franz (bzw. wir alle) suchte den Behälter mit dem Abklebeband vergebens. So muss die letzte Fuge Sika im Cockpit wohl warten, bis die hiesige Ferretia morgen wieder geöffnet hat.

Am 9.11. nachmittags brachen wir auf zu meinem ersten Tagestörn; ich muss ja schließlich erst wieder „Seebeine“ bekommen. Ziel war Teneriffa. Bei strahlendem Sonnenschein legten wir ab. 57 Seemeilen lagen vor uns. Nach einigen Kreuzschlägen kamen wir von der Insel frei und konnten einen Am-Wind-Kurs nach Las Galletas im Süden Teneriffas anlegen. Die erste Schildkröte wurde gesichtet, war aber leider zu schnell um noch fotografiert werden zu können 😉 Wind von 20- 30 Knoten aus NO brachten Trinity mit 2., später 3. Reff im Groß und gereffter Genua mit 7- 8 Knoten in die Bucht vor dem Hafen, wo gegen 23.30 der Anker fiel. Nach einer ruhigen Nacht (meine erste vor Anker) gabs erstmal ein erfrischendes Bad im samtweichen und selbstredend warmem Wasser und danach ein leckeres Frühstück im Cockpit bevor wir in die Marina del Sur verholten. Der 10.11. stand wieder unter dem Motto „Vorbereitungen“. Franz und ich gingen zweimal auf Einkaufstour, hatten ganz ordentlich zu schleppen trotz Hackenporsche und Rucksäcken. Kilo- bzw literweise wandern Mineralwasser, Bier, Wein in allen Farben, Gemüse, Obst und noch zu ergänzende Trockenvorräte an Bord der Trinity. Da wir die regulären Haferflocken von „gut und günstig“ erst nach dem Einkauf fanden, werde ich auf dem Törn die absoluten Luxushaferflocken zum Frühstück essen dürfen: in Dosen verpackt, Marke „Quaker“, für 3,60€ für 500g. Man gönnt sich ja sonst nichts 😉

Der nochmals komplettierten Angelausrüstung dürfte jetzt kein Fisch mehr widerstehen, bei uns und nicht woanders anzubeißen.

Alle Lebensmittel außer natürlich Brot und Mehl wurden von uns sorgfältig am Steg abgewaschen, um zu verhindern dass blinde Passagiere in Form von Ungeziefer an Bord kommen. Obst und Gemüse baumeln jetzt in Netzen dekorativ von der Decke und warten auf ihren Verzehr.

Rainer wartete auf den Segelmacher, werkelte an der Technik und suchte dann in Las Galletas erfolglos nach einer Möglichkeit Kühlflüssigkeit zu kaufen (heute wurde er an einer Tankstelle am Ortsausgang fündig).

Abends gönnten wir uns ein wohlverdientes kühles Bier zu Steak bzw. Tapas Variadas an der Promenade. Später gabs noch eine kleine kreative Weinprobieraktion an Bord: der hier regulär im Handel erhältliche Rote „Don Simon“ wurde durch den Weißen „Don Franz“ und den Rose „Donna Grete“ komplettiert (ein Edding machte es möglich; Foto folgt…)

Heute, am 11.11. war nochmal kleine Wäsche im Eimer am Steg, der Segelmacher hat den Sonnenschutz für die Seiten der Bimini gebracht, letzte technische Feinheiten werden erledigt. Der Kühlschrank ist seeehr kalt und proppenvoll, ebenso die Wasser- und Dieseltanks, und alle Zeichen stehen auf Aufbruch zu unserem nächsten Etappenziel, den Kapverden. 800 Seemeilen liegen vor uns, geschätzte 8 Tage und Nächte werden wir unterwegs ein. Für die Nichtsegler: wann wir jetzt genau ablegen wissen wir noch nicht. Der Wind muss passen: nicht zu viel, nicht zu wenig und dann aus der richtigen Richtung wäre optimal. Dann muss letztendlich an Bord selbst alles in Ordnung sein, bevor man sich auf See begibt. Es wird bald los gehen aber ob es morgen, übermorgen oder vielleicht noch an einem anderen Tag sein wird, können wir noch nicht sagen.

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