4.12.2012

Es hat sich wieder Etliches getan seit dem letzten Artikel. Unter dem Motto „erstes Mal“ gibt´s Folgendes zu erzählen:

– Freitag und Sonnabend sahen wir Nachts jeweils einen Frachter. Ziemlich weit entfernt, begleiteten uns die Lichter für längere Zeit.

– Sonntag sichteten wir das erste Segelschiff! In ca 2- 3 Meilen Entfernung war es zu sehen; eher zufällig entdeckte Franz es. Wir halten zwar regelmäßig Ausschau, aber die Wahrscheinlichkeit einem anderen Schiff zu begegnen ist doch recht gering. Auf unserer Überfahrt zu den Kapverden sahen wir ja auch nur ein einziges Mail ein anderes Schiff.

Rainer funkte umgehend die andere Yacht an, man tauschte sich über das Woher und Wohin aus. Die Anderen waren auch von Mindelo aus losgefahren und hatten als Ziel Trinidad, etwas weiter südlich als Martinique. Später am Abend riefen man uns nochmal um sich von uns zu verabschieden und eine gute Reise zu wünschen; sie verließen den UKW-Funkbereich. Solch ein Ereignis ist hier auf See hochaufregend 😉

-Heute morgen fingen wir unseren ersten Tunfisch! Auf den Punkt genau an dem Tag wo die letzten Frischfleischvorräte verbraucht waren, passierte es. Franz hatte in der Morgendämmerung die beiden Angeln ausgebracht, und als wir das Frühstück beendet hatten, ruckte es heftig an einer der Leinen. Wir waren gut vorbereitet für diesen „Ernstfall“. Gerätschaften wie Eimer, scharfes Messer, Fischhaken lagen bereit, jeder hatte seine Aufgabe. Wir sahen, dass ein größerer Fisch ins Cockpit geholt werden musste; auf dem Achterdeck wäre die Gefahr zu groß, dass er wieder über Bord springt oder wir uns verletzen oder selbst über Bord gehen. Aufgeregt aber konzentriert holten wir den Fisch an Bord; es war ein kapitaler Tunfisch von geschätzten 15- 20 kg. Zum Glück leistete er keine Gegenwehr mehr. Es war eine Großaktion mit etlichen Eimern Seewasser zum Spülen des Fisches und zum späteren Reinigen des Cockpits; die zerlegten Filets wanderten in die Pfannen, der Rest über Bord. Mittagessen war ein opulenes Stück zartrosa gebratener Tunfisch; die anderen Stücke warten im Kühlschrank auf baldige Rezeptideen. Für den Rest des Törns sind nun die Angeln eingemottet, und meinen Lieben zuhause sei gesagt: bitte keinen frischen Tunfisch auf die weihnachtliche Speisekarte setzen.

Ein Kommentar zu “4.12.2012

  1. Heinrich Kreher

    Hallo euch dreien.
    Möchte euch von hier aus dem Winter Grüße schicken. Doris liegt neben mir und
    streckt ihre Füße in Richtung Kaminfeuer und hört mir zu, wie ich euren jüngsten
    Eintrag vorlese.
    Doris möchte nicht über den Atlantik und ich kann es kaum abwarten, bis ich irgendwann wann mal dran bin.
    Schnee haben wir auch schon und ansonsten Arbeit und Alltag.

    Grüße aus Bayern
    Heinrich

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