15.01.2013 12:45 Uhr Mein Abschied

Ich sitze hier mit Rainer im Cockpit auf der Trinity und zusammen liegen wir in einer sehr schönen Bucht, Grande Anse D’Arlet, bei strahlendem Sonnenschein, gut und sicher festgemacht an einer Mooringboje. Meine Tasche steht gepackt und ich weiß gar nicht warum ich in das kalte Deutschland reise, es ist hier so wunderschön. Gestern beim Festmachen haben wir tolle Hilfe bekommen, Norbert aus Hamburg, er ist ein sympatischer Schnacker und besonders segeltechnisch erfahren. Norbert lebt seit 1995 auf seiner „Pamela“, somit hat Rainer für die nächsten 14 Tage einen interessanten und hilfsbereiten Nachbarn.

Die Wartezeit bis Franz wieder an Bord ist wird sich mein Gatte schon genüsslich einrichten, schließlich hat er sich vor 2 Tagen noch eine ganz bequeme Hängematte und einen Hänge-Relax-Stuhl gekauft. 🙂

Vom 12.01. bis. 14.01. haben wir in einer schönen kleinen Marina,Pointe Du Bout, unweit von Fort de France angelegt. Da Trinity ja lieber ihre Schönheit von vorn zeigt, sah es auch ganz toll aus, wie sie als einziges Segelschiff zwischen all den Motorbooten  direkt am Präsentiersteg lag und wir hatten nur 10 Meter vom Schiff direkt in ein Cafe. Am Samstagabend hatten wir flotte Livemusik, da im Cafe eine Band spielte, ach, was ist das Seglerleben schön. 🙂

Dieser Urlaub war für mich paradiesisch schön und unvergesslich, außerdem hatten wir sehr viel Spaß. Zum Thema Spaß möchte ich unserem „Mäuschen“ doch noch ein paar Sätze widmen. Ja, das „Mäuschen“, das ist Trinitys Anhängsel in Form eines Bananabootes, auch Dinghi genannt. Aus Gretes Bericht ging ja schon eine sehr beeindruckende Episode hervor (Mäuschen’s Tauchgang mit Grete & Rainer). 😉

Gleich zu Beginn unseres Törns hatten wir auf St.Lucia in der Rodney Bay an einer Mooring festgemacht, dann hieß es Mäuschen zusammenbauen und ab ins Wasser mit dem Schätzchen. Rainer war noch immer sehr durch eine besondere Skepsis gezeichnet: „Na, ob das so gut geht mit dem Mäuschen?“ Aber gut, wir drei bauten das kleine Boot zusammen. Es zeigte sich sehr störrisch und verklemmt, aber nach einigem Rucken und Zucken lag Mäuschen auf dem Vorschiff und konnte ins Wasser gelassen werden. Motor dran und fertig. In der Zwischenzeit hatten die Leute auf dem Nachbarschiff ihr Schlauchboot fix ins Wasser gesetzt und waren auch schon vom Einkaufen mit ihrem Dinghi zurück. 😉 Aber Mäuschen findet auch immer seine Fans, außerdem liegt es ganz apart in seinem weißen Antlitz zwischen all den grauen Gummibooten am Steg wie ein kleines Wölckchen. Martin hat ein sehr gutes Händchen für unser Dinghi, bei Rainer sah/sieht das etwas anders aus.;-)

Da gibt es zum Einen das Thema Gewichtsverlagerung und zum Zweiten Mäuschen’s etwas zu kurz geratene Steuerpinne, diese Kombination zusammen mit Rainer ist schon sehenswert. Am Neujahrstag sind Rainer und ich mit Mäuschen an Land um im „Gingerbread“, einem kleinen Gartencafe ca. 60 m von Trinity entfernt,uns einen karibischen Kaffeklatsch zu gönnen. Es war auch sehr lecker. Anschließend ist Rainer dann los Martin vom Schiff abzuholen, der seinen Silvesterkater bis dahin ausgeschlafen hatte. 🙂 Rainer stieg also ins kleine Boot, Motor an und Gas. Au wei, Mäuschen schoß mit seinem Bug gen Himmel und erinnerte mehr an eine Rakete. Ich mußte so lachen, aber es ging alles gut. Rainer schob seinen Körper dann auf das mittlere Sitzbrett, fuhr seinen rechten Arm bis zum Anschlag aus um einigermaßen gut mit der Pinne händeln zu können. Nun ja, die Geschwindigkeit die er dabei dem Mäuschen abverlangte konnte ich schlecht schätzen, nur soviel, ich hätte ihn auch samt Mäuschen zur Trinity pusten können. Solche Begebenheiten lassen sich schlecht beschreiben. Aber vielleicht kommt ja der ein oder andere von Euch auch noch einmal in den Genuß mit dem Mäuschen eine Tour zu machen, ich kann es nur empfehlen, auch wenn ich fast jedes Mal nass geworden bin.

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