13.12.

Noch 112 Seemeilen! Wir haben es also bald geschafft ­čÖé Heute sahen wir bereits zwei (!) andere Segelboote, ein Zeichen daf├╝r dass wir dem Ziel n├Ąher kommen. In den letzten Tagen schmolzen die noch vor uns liegenden Meilen nur so dahin, und wir sagten so S├Ątze wie „Nur noch 495 sm, ein Klacks!“ Wenn man wei├č, dass es von meinem Heimathafen Hooksiel nach Helgoland 38 sm sind und ich h├Ąufig diese Distanz als viel zu lang empfinde und dass in einem 14-t├Ągigen Urlaubst├Ârn meist weniger Meilen zusammen kommen, wird deutlich wie sehr sich die Wahrnehmung auf Langfahrt ver├Ąndert. So geht es uns auch bei anderen Themen. Z.B. trafen wir in den H├Ąfen bislang nur Segler, die den Atlantik ├╝berqueren, und auch in der Karibik wird dies, abgesehen von Charterern, sicherlich gr├Âsstenteils der Fall sein. Also denkt man schnell, es sei etwas v├Âllig Allt├Ągliches. Zuhause sieht es dann wieder ganz anders aus: in meinem Heimatort werde ich vermutlich niemanden finden der den gleichen T├Ârn gemacht hat… Wir drei stellen immer wieder fest, dass unsere ├ťberfahrt ein Motto hat: „Kein Tag ist wie der andere.“ Z.B. das Wetter war durchweg sehr gemischt: viel Bew├Âlkung, viele Schauerb├Âren, knallende Sonne, schw├╝lwarme Episoden: alles bunt gemixt. Entsprechend waren Wind und Wellen sehr unterschiedlich, entsprechend waren die Segelbedingungen differierend. Die Nachtwachen reichten von gem├╝tlich- entspannten Sterngucker-und Tr├Ąumereistunden bis zu actionreicher Arbeit in regengepeitschter Gewitterkulisse.

Im Langfahrtseglerv├Âlkchen ist die Vorratshaltung f├╝r l├Ąngere ├ťberfahrten ein gro├čes Thema. Wir haben uns selbstredend auch im Vorfeld informiert ├╝ber diese und andere Fragen: Was an frischen Lebensmitteln wie Obst und Gem├╝se h├Ąlt wie lange? Welche Mengen an Trinkwasser braucht man? Eine vermeintliche Fehlkalkulation beim Trinkwasser f├╝hrte in den letzten Tagen bereits zu freiwilliger Rationierung seitens Franz und wiederholten Rechenexempeln meinerseits, bis Rainer gestern abend 20 Liter feinsten Trinkwassers in einer entfernteren Backskiste ausfindig machte. Also k├Ânnen wir jetzt hemmungslos trinken, obwohl wir durchaus nicht h├Ątten d├╝rsten m├╝ssen: Wein- und Bierkeller sind noch bestens best├╝ckt ­čśë Bei Obst und Gem├╝se reiften die Bananen erwartungsgem├Ą├č irgendwann alle zugleich; sie waren jedoch extrem lecker. ├äpfel waren auf den Kapverden nicht zu kaufen, die von Teneriffa mitgebrachten hielten sich einigerma├čen. Kapverdische Zitrusfr├╝chte schrumpelten teilweise still und leise vor sin hin, waren nach 10 Tagen nicht mehr brauchbar. Kartoffeln, S├╝├čkartoffeln, Zucchini, K├╝rbis hielten sich wunderbar; vermutlich w├Ąren sie auch noch mindestens Woche mitgefahren, wenn wir sie nicht gegessen h├Ątten. Ein von mir kreierter Eintopf aus Kartoffeln, K├╝rbis, S├╝├čkartoffeln und Zwiebeln, mit Curry, Chili, Salz, Pfeffer, Limettensaft, Wei├čwein abgeschmeckt, hat uns vorgestern und heute allen vorz├╝glich gemundet. Paprika und Auberginen waren nur wenige Tage haltbar. M├Âhren blieben im K├╝hlschrank lange frisch, deren von Franz erfundene Haltung in Sand in der Bilge war letztendlich doch nicht das Gelbe vom Ei.

Doch jetzt ist dies f├╝rs Erste kein Thema mehr. Wir freuen uns schon seit Tagen auf frische Ananas, ein k├╝hles Bier, einen Planters Punch, leckeres karibisches Essen :-))

Sobald dann morgen erstmalig „Land in Sicht“ ist, werde ich dies posten.

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