Hafentag in Dartmouth – Die „Stecknadelsuche“ im Heuhaufen

Montag  30.7

Wir schlafen „lange“ und planen beim Frühstück unseren Tag: Internet-Cafe, Bank, Einkaufen, Werkeln. Das Projekt „Heißwasser mit Motorwärme“ soll voran gebracht werden. Der Plan: schrittweise vorgehen und kein Risiko für den Motor, die Heizungsanlage und den Heißwasserboiler eingehen.

Sämtliche Teile werden zurechtgelegt und geprüft. Ergebnis: die Schlauchschellen sind zu groß. Rainer und Volkmar machen sich per Dingi auf den Weg. Franz lässt die Kühlflüssigkeit ab. Als die Ablassschraube demontiert ist und die Suppe fließt, stellt sich heraus, dass ein fünf Liter Eimer zu klein ist. Zufällig steht noch ein leerer Verbandskasten im Motorraum in griffweite und ermöglicht die größte Sauerrei zu verhindern. Dann die nächste Hürde: Die neue Durchlassschraube hat ein anderes (metrisches) Gewinde als die zu ersetzende alte Ablassschraube mit Zollgewinde. Es muss eine neue Schraube her. Sonst ist das Projekt „Warmwasser“ im ersten Schritt vorläufig gescheitert. Die Suche im größten Marine-Zubehörladen am Ort bleibt erfolglos. Doch wir, Volkmar und Franz, nehmen eine Adresse eines Industrie-Gebietes oberhalb des Ortes mit. Es geht vorbei am „Britania Royal Naval College“ – in einem riesigen Parkgelände mit einem großen ehrwürdigen langgestreckten mehrstöckigen Gebäude.

Nach 20 Minuten steil bergauf finden wir zwar kein Industriegebiet, jedoch einen Lidl-Markt. Die Chance günstig einzukaufen, wird sofort genutzt und erweist sich auch für unsere Suche als hilfreich. Der Kassier kennt sich in der Umgebung aus und gibt den richtigen Tipp. Einige hundert Meter weiter soll sich unser Ziel befinden. In der Tat sehen wir recht bald ein eingezäuntes Gelände mit Firmenschildern am Eingangstor und zwei Hallen. Kaum haben wir das Gelände betreten, läuft ein riesen Hund auf uns zu. Gott sei Dank interessiert der sich jedoch nur für unsere vollen schweren Lidl-Einkaufstüten.

In einem der Hallentore steht ein Mann, unser Mann! Wir beschreiben unser Problem und er hat die Lösung. Eine Durchlassschraube mit einem, wir sagt, so mehrwürdigen Gewinde hat er auch nicht, aber eine Bohrmaschine. Wir sollen in 20 Minuten wiederkommen. Gerade mal Zeit für einen Tee im benachbarten Supermarkt. Als wir zurückkommen, ist die Schraube fertig. Die alte Ablassschraube ist durchbohrt und die neue Anschluss-Verschraubung mit einem metrischen Gewinde sauber aufgeschweißt. Für 10 £ haben wir jetzt eine passende Verschraubung. Vermutlich wäre es in Deutschland komplizierter geworden jemanden zu finden, der uns so nett sofort weiter hilft.

Der erste Schritt im „Warmwasserprojekt“ ist geschafft. Wir haben jetzt einen Anschluss für den Rücklauf der Kühlflüssigkeit in den Motorkühlkreislauf.

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